Unvergessliche Tomatentarte mit Mandeln und Birnen

by Emilie
Tomatentarte

Ich leide eigentlich nur ganz selten unter Schreibblockaden oder gar unter Schreibangst. Doch heute quetscht mir meine eigene Erwartungshaltung, der mir selbst auferlegte Druck so das Herz zusammen, dass es schwer auszuhalten ist. Warum dieses Drama, warum diese Emotionen? Weil die folgende Tarte wohl das Beste ist, was je aus meinem Ofen kam.

Die Geschichte der besten Tarte meines Lebens

Okay, wie transportiere ich meine tiefen Gefühle für diese Tarte in eure Herzen? Puh, das wird nicht leicht, da ich (wie mein Freund süffisant anmerkte), jedes meiner Rezepte außerordentlich gründlich lobe. ;) Nun gut, ich beginne der Reihe nach. Lasst mich euch eine Geschichte erzählen…

Es begab sich also zu der Zeit, als die Tomatenpflanzen meinen Balkon mit jedem Tag mehr in einen Dschungel verwandelten und immer größere Früchte trugen. Und diese Früchte waren nicht nur rot, nein, es waren auch grün-gestreifte und gelbe dabei. Und jeden Tag ging ich und aß die intensiven Tomaten frisch vom Strauch. (und sprach Halleluhja)

Zutat Nummer 1: Die besten Tomaten

Ihr  werdet es selber wissen: Tomaten aus eigener Ernte, die am besten mit wenig Wasser gegossen wurden und somit noch aromatischer werden, schmecken einfach um Längen besser als alle Tomaten aus dem Supermarkt oder gar vom Biomarkt. Meine Tomaten im Speziellen sind eher etwas sauer, aber doch leicht süß und wahnsinnig Umami im Geschmack. Der absolute Wahnsinn also! ;)

Zutat Nummer 2: Die besten Birnen

Wie der Zufall so wollte, brachte mir meine Nachbarin neulich niedliche kleine Birnen aus ihrem Garten vorbei. Als frühe Sorte waren sie noch recht knackig, aber schon super geschmacksintensiv und köstlich. Nachdem ich den Großteil in diesem Rezept verarbeitet hatte, blieben nur noch zwei Stück übrig, die ich in einem spontanen Kreativanfall ebenfalls für meine Tarte einplante. Ob Birnen zu Tomaten passen? Ich hatte ja keine Ahnung…

Zutat Nummer 3: Frisch gemahlene Mandeln

Was auf jeden Fall sowohl zu Birnen als auch zu Tomaten passt, sind Mandeln! Das süße Nussaroma bildet vermutlich die geschmackliche Brücke und wurde ebenfalls ziemlich geschmacksintensiv, da ich frisch vermahlene Mandeln benutzte, die noch auf ihre Verarbeitung warteten.

Die perfekte Methode: Tomaten rösten

Bis am Morgen vor dem großen Backtag (ja, besondere Gerichte werden zelebriert im Hause Emilie!) wusste ich noch nicht genau, WIE ich die Tarte eigentlich am besten zusammenschustere. Ich wollte nicht, dass die Tomaten den Mürbeteigboden mit ihrer Saftigkeit komplett zerweichen, hatte Lust auf einen rustikalen Look und ein wenig Füllung stellte ich mir auch lecker vor. Was ich in solchen Momenten der Unsicherheit mache? Ich gehe die 200m zu meinem Lieblings-Eismann und gelerntem Bäcker und frage nach Rat. Wir beide beschlossen dann in trauter 11 Uhr-Eis-Zweisamkeit: Die Tomaten vorher Rösten ist die Lösung!

Die Tomatentarte, die mich zum Weinen brachte: Das Rezept

Ich war am Tag der Tomatentarte allein zu Hause und brauchte tatsächlich auch die Ruhe, um mich zum Sammeln, als ich meinen ersten Bissen nahm. Ich konnte es einfach nicht fassen, wie unglaublich gut sie mir gelungen war. Die Geschmacksexplosion ist schwer zu beschreiben, doch stellt euch die süß-sauren Tomaten mit den süßen Birnen und der leichten Honignote, den Knoblauch im Teig und das Mandelaroma vor und alles entfaltet sich in eurem Mund Stück für Stück und ergibt ein wahres Konzert an Aromen. Ich musste – und das ist jetzt nicht übertrieben – leicht heulend gleich mehrere Personen anrufen und ihnen von der Tarte vorschwärmen, bis ich mich aufraffte und ein paar Stücken zur Nachbarin und dem Eismann brachte. Ich bin mir nicht sicher, ob all diese Menschen meine Aufgewühltheit so ganz nachvollziehen konnten, aber geschmeckt hat es ihnen jedenfalls sehr gut.

Über die Vergänglichkeit des Moments

Um noch einmal ein wenig dramatisch und sentimental zu werden: Ich glaube, in dem Moment dieser Tomatentarte wurde mir einfach klar, wie einzigartig bestimmte Situationen und vor allem auch Essen manchmal sein kann. Es gibt Tage, an denen sind deine eigenen Tomaten reif, du hast zufällig Birnen im Haus und dir gelingt der Mürbeteig besonders gut. Dieser Tag wird nie wieder genau so passieren, wie auch manches Kuchen essen mit der Oma, Kochen mit Freunden oder der eine ganz besondere Drink sich nie wieder so anfühlen werden. Und das ist so schön und so traurig, aber vor allem schön, dass es mich zu Tränen rührt – und das alles nur wegen dieser unvergesslichen Tomatentarte.

 

Tomatentarte mit Mandeln und Birnen

Tomatentarte

Ingredients

  • genügend Tomaten, die besten, die ihr finden könnt (am besten leicht sauer)
  • 2 kleine Birnen
    für den Teig
  • 250g Mehl (bei mir: 100g Buchweizen, 150g Dinkel)
  • 100g (frisches) Mandelmehl
  • 150g kalte Butter
  • 1/2 große oder 1 kleine Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer
  • opt. (aber lecker): 1 TL Honig
    für die Füllung
  • 2 Eier
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL (frisches) Mandelmehl
  • 2 EL Parmesan (optional)
    außerdem:
  • guter Honig

Instructions

  1. Zunächst die Zutaten für den Mürbeteig schnell verkneten und abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. In der Zwischenzeitdie Tomaten mit den Birnen bei 180°C für 20 min im Ofen rösten, bis die ganze Wohnung nach Tomaten duftet.
  3. Den Teig 1 Zentimeter dick ausrollen, sodass er in eine 28cm Tarteform passt. Den überschüssigen Rand wild drüber stehen lassen. Den Boden mit Backpapier bedecken und mit trockenen Hülsenfrüchten auffüllen und für 12 Minuten blind backen.
  4. Derweil die Zutaten für die Füllung zusammenrühren. Dafür zuerst die Eier schaumig schlagen, dann alles andere hinzugeben.
  5. Tomaten und Birnen auf dem Tarteboden verteilen und mit der Füllung aufgießen. Mit etwas (wenig!) Honig beträufeln und nochmal für etwa 15 Minuten im heißen Ofen backen.
  6. Etwas auskühlen und die Tarte so wie sie ist oder mit frischem, mild abgeschmecktem grünen Salat genießen.
https://emiliestreats.de/tomatentarte-mit-mandeln-und-birnen/

 

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1 comment

Blog-Inspiration: Alternative Weihnachtsrezepte December 13, 2018 - 11:48

[…] Hier geht’s zum Rezept […]

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