Senegalesisches Maffé mit Okraschoten

by Emilie
Maffé

Hier kommt das Rezept, das uns Dr. Karamba Diaby zur unserer politischen Wohnzimmerdiskussion mitbrachte. Es stammt aus seinem Heimatland, dem Senegal und ist eines seiner absoluten Lieblingsgerichte. Wir können verstehen, warum!

 

Maffé – ein traditionelles Gericht aus Westafrika

Mit ein wenig Recherche fand ich heraus, dass “Maffé” nur der Überbegriff für eine Vielzahl an Eintopf-Variationen ist, die allesamt ihren Ursprung in Westafrika haben. Gemein haben sie eine Zutat: Die Erdnuss. Alles andere kann je nach Region, Koch und Saison variieren. Meistens kommen Tomaten und Fleisch als Basis in den Topf, gewürzt wird mit Chili.

Das besondere an Karambas Variante: Die Okraschoten. Sie werden mit Lauch, Petersilie, grüner Paprika und Knoblauch püriert und bilden die Grundlage der Sauce. Das gibt dem Gericht eine einzigartige, zäh-schleimige Konsistenz (aber gut!) und einen harmonischen, tiefen Geschmack.

Okra – Grünschnabel aus Afrika

Okra ist eine der ältesten Gemüsepflanzen und stammt ursprünglich aus Afrika. Wir haben Okra vor allem in Indien kennen und lieben gelernt, dort werden die Schoten oft gefüllt und gebraten. Mittlerweile sind Okraschoten aber in ganz vielen Ländern bekannt, ab und an nur unter anderen Namen (in Indien: “Ladyfinger”).

Am ehesten ist Okra für uns mit grünen Bohnen vergleichbar. Die Schoten können roh gegessen werden, besser schmecken sie allerdings gebraten. Sie sind, ähnlich wie Bohnen, kalorienarm und ballaststoffreich und somit eine sehr gesunde Gemüsebeilage. Kaufen könnt ihr Okra frisch oder gefroren im Asialaden.

Warum eigentlich Maggi, Herr Diaby?

Eine witzige Insider-Story zum Gericht und damit verbundenen Kochabend habe ich noch für euch: Karambas Mitarbeiter, Andrej, ging mit mir vor dem Abend noch einmal die Einkaufsliste auf Unverträglichkeiten o. ä. durch. Bei der Zutat “Maggi-Würfel” stockte er. “Na das rede ich ihm noch aus!”, war sein Versprechen.

Ab Montagabend dann der erste Lacher: Aus dem Einkaufsbeutel kullerte, liebevoll einzeln verpackt, sechs Brühwürfel. “Die habe ich extra noch mitgebracht”, so Karamba. Doch warum musste es ausgerechnet Maggi sein?!

Karamba erzählte uns die Story. In seiner Heimat vollzog Maggi in den 60er Jahren einen regelrechten Siegeszug. Jede Hausfrau, die etwas auf sich hielt, hatte eine stilechte Würzflasche bei sich zuhause. Auch die Brühwürfel zählten zu jeder guten Haushaltsausstattung! Und so kam es, dass die traditionellen Rezepte seiner Großmutter und Mutter eben diese Zutat enthielten. Nur mit einem Maggi-Würfel ist es das echte senegalesische Rezept, erklärte er. Denn das hat Tradition.

 

Ob Maggi oder nicht – Maffé schmeckt unheimlich lecker! Probiert es aus, ihr werdet begeistert sein!

Senegalesisches Maffé mit Okraschoten

8 Portionen

Maffé

Ingredients

  • 800 g Lammfleisch (alternativ Hähnchen); Olivenöl zum Anbraten (für eine vegetarische Variante Kartoffeln verwenden)
  • 8 mittelgroße Tomaten
  • einige EL Tomatenmark
  • einige EL Erdnussbutter
  • 4 Zwiebeln
  • 1/2 Stange Lauch
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1/2 grüne Paprikaschote
  • 400 g Okraschoten
  • Petersilie
  • ggf. eine Möhre, eine Kartoffel
  • eventuell etwas Thymian, eventuell vier Maggi-Würfel

Instructions

  1. Das Olivenöl erhitzen, das gewürfelte Fleisch scharf anbraten. Gewürfelte Tomaten, drei gehackte Zwiebeln und (nach Belieben) etwas Tomatenmark zugeben und weiter kochen lassen.
  2. Erdnussbutter mit etwas Wasser umrühren, bis sie eine sämige Konsistenz hat. In den Topf geben und weitere fünf Minuten kochen lassen.
  3. Währenddessen eine Mischung aus einer gehackten Zwiebel, der gewürfelten Paprika, dem geschnittenen Lauch, den gehackten Knoblauchzehnen und den Okraschoten mit einigen Stielen Petersilie sowie – nach Geschmack – den Maggi-Würfeln pürieren und in das Gericht geben.
  4. Bei niedriger Temperatur weiter köcheln lassen – je länger, desto besser. Nach Belieben für die Konsistenz der Sauce Möhren- und Kartoffelstücke mitkochen und mit Thymian abschmecken. Die Sauce ist ideal, wenn sich eine Fettschicht auf der Oberfläche zu bilden beginnt.
  5. Mit Reis servieren. Guten Appetit!
https://emiliestreats.de/senegalesisches-maffe-okra/

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3 comments

Sharon September 27, 2017 - 12:14

Das hört sich total interessant an!
Ich bin auch mit Maggi aufgewachsen und dieser Maggi-Geschmack brennt sich dermaßen ein, es gibt einfach nichts was so gut ist ;-)
So und wo bekomme ich jetzt Okraschoten her?

LG, Sharon

Reply
Emilie September 27, 2017 - 12:19

Liebe Sharon,
Okraschoten gibt es in orientalischen, türkischen Läden und auch in Asia-Läden. Du kannst sowohl frische als auf tiefgefrorene Schoten verwenden. Das Maffé ist jedenfalls sehr zu empfehlen! :D
Liebe Grüße,
Emilie

Reply
Maffé mal anders – afrika! Portal March 22, 2019 - 12:16

[…] Ist euch der Klassiker zu langweilig, wie wäre es mit einem Maffé mit Okraschoten? Diese sind kalorienarm, haben viele Ballaststoffe und sind damit ein wahres Superfood, das man vor allem aus der afrikanischen und indischen Küche kennt. Auch damit könnt ihr euer Gericht verfeinern. […]

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