Papas bester Zwetschken-Kuchen mit Hefeteig und Zimtstreuseln

by Emilie
Zwetschken-Kuchen mit Hefeteig und Zimtstreuseln

Manche Dinge sind so gut, dass sie einfach so bleiben sollten, wie sie sind. Denn kein innovativer Twist, kein Superfood und auch kein neues Marketingkonzept wird sie je besser machen, als sie ohnehin schon sind. Ohne jegliches Klimmbimm haben sie sich einen Platz in unseren Herzen erobert und gehen da nie wieder raus.

Zu genau diesen Dingen gehört Papas Pflaumenkuchen. Er wird jedes Jahr immer wieder gebacken, teilweise auch im Frühjahr mit Zwetschken aus dem Tiefkühler, und steht wie von Zauberhand noch warm im Ofen für mich bereit, wenn ich ihn am meisten brauche.

Weil dieser Kuchen für mich eine pure Liebeserklärung von Papa an unsere Familie und für mich eine Zeitmaschine in meine Kindheit ist, habe ich ihn auch einfach nur nachgebacken und zur Abwechslung mal gar nicht verändert. Naja. Fast zumindest! Denn ohne ein wenig Vollkornmehl wäre es kein Kuchen aus meiner Küche. ;)

Keine Angst vor Hefeteig! So gelingt er bestimmt

Hefeteig-Kuchen macht bei uns zuhause immer nur mein Papa, denn Mama traut sich da nicht mehr ran. Es ging wohl ein paar Mal etwas schief, der Hefeteig ging nicht auf oder schmeckte komisch. Seitdem lässt sie lieber die Finger davon.

Ich glaube, so geht es vielen Hefeteig-Angsthasen dort draußen. Um kein Risiko einzugehen, mixen sie lieber schnell einen Rührteig zusammen, denn der gelingt immer. Ich finde das schade, denn Hefeteig ist mein Lieblingsteig und ein Universaltalent, auf den keiner aus Angst verzichten sollte. Hier und jetzt möchte ich für Hefeteig eine Runde in die Bresche springen:

 

Hefeteig ist
  • viel unkomplizierter als Mürbeteig, denn er kann ewig betatscht und gezärtelt werden und wird trotzdem gut
  • von der gemütlichen Sorte, denn er braucht Zeit
  • kalorienärmer als viele andere Teige, falls das hier jemanden interessiert
  • in der Lage, die wohl besten Lebensmittel der Welt herzustellen: Pizza, Brot und Kuchen
  • von Papa immer am besten

 

Für den perfekten Hefeteig braucht ihr:
  • warme, aber keine heißen Temperaturen
  • kräftige Hände (Workout!)
  • nur ein bisschen Gefühl (Liebe!) –> Wer bereits ein paar Mal Hefeteig geknetet hat, weiß, wie es sich anfühlt, wenn genug Luft im Teig und das Gluten ausreichend verkleistert ist: Glatt, fest, elastisch. Dann sollte man auch aufhören, denn bei zu energischem Einsatz können die Glutenverbindungen auch zu stark verkleben. Es ist fast wie bei Beziehungen: Zu wenig Intensität ist doof, aber zu viel auch. Ach, so ein romantischer Teig. <3

 

Das Geheimnis guter Streusel ist flüssige Butter

Auch, wenn euch BäckermeisterInnen sagen werden, dass das völliger Quatsch ist: Für mich steht fest, dass die richtig guten Streusel geschmolzene statt weicher Butter brauchen. So habe ich das von Papa gelernt und nur so werden sie richtig knusprig-streuselig. Für die richtige Konsistenz braucht es, wie auch beim Hefeteig, ein bisschen Erfahrung. Papa hat uns Kindern (und wenn sie Glück hatte, auch Mama ;P) jedes Mal, wenn er den Hefe-Streuselkuchen gebacken hat, eine Kugel aus rohem Streuselteig zum Naschen gegeben. Die richtige Teigkonsistenz habe ich also praktisch im Blut. Als “Streusel-Beauftragte” konnte ich dann bestimmen, ob noch Zimt fehlte und ob der Teig zum Backen freigeben war. Das war der bisher beste Job meines Lebens!

Übrigens lassen sich Streusel gut frei nach Schnauze variieren. Wie das geht, habe ich euch hier schon mal zusammengeschrieben.

 

Hier kommt nun mein Kindheitskuchen-Rezept. Wenn ihr auch einen Kuchen oder ein Gericht habt, dass euch so sehr mit eurer Familie verbindet, würde ich mich freuen, wenn ihr mir davon schreibt. Ich liebe solche Geschichten!

 

 

 

 

 

 

Das könnte dir auch gefallen:

Leave a Comment

Hier gibt es Cookies! Ist das okay für dich? Das ist okay. Ich geh mal wieder.

Datenschutz und Cookies