Kaltschale aus schwarzen Johannisbeeren mit Mandel-Aprikosen-Creme

by Emilie
Kaltschale aus schwarzen Johannisbeeren mit Mandel-Aprikosen-Creme

Kaltschale aus schwarzen Johannisbeeren

Mit diesem Gericht führe ich eine neue Kategorie in meinen Blog ein: „Ein Herz für Klassiker“.

Ich liebe moderne Low-Carb, Raw und trendige vegane Rezepte, doch die guten alten Klassiker nehmen ebenfalls einen großen Platz in meinem Herzen ein. Egal ob Mamas guter Eintopf, Papas Eierkuchen, Opas Kohlrouladen oder Omas Knödel… – der Duft der traditionellen, nach Gefühl schon immer dagewesenen Gerichte weckt wunderschöne Erinnerungen und gehört zur deutschen Kultur wie das Bier und das Gemecker.

Damit wir diese Gerichte neben den neuen, spannenden Rezepten nicht vergessen, halte ich sie mir einer eigenen Kategorie in Ehren und in unseren Küchen.

Ich unterscheide dabei in „Klassiker originalgetreu“ und „Klassiker neu interpretiert“ – je nachdem, ob ich eine kleine Abwandlung an dem Rezept vorgenommen habe oder nicht.

Kaltschale aus schwarzen Johannisbeeren

Mein erster Klassiker ist eine Kaltschale, die uns erst neulich in ausgefallener Form in einem noblen Restaurant zum Geburtstag meines Freundes zum Nachtisch serviert wurde. Kaltschalen sind kalte, sämige Suppen, die meist süß, aber auch herzhaft zubereitet werden können. Schon im 19. Jahrhundert wurden sie im Sommer aus Zucker und Frucht zubereitet und mit altem Brot angedickt. Heutzutage verwendet man zum Andicken meistens Sago.

Sago

Sago ist granulierte Stärke und wird zum Andicken von Speisen verwendet. Sago hat die Form von kleinen weißen Perlen („Perlsago“) und ist geschmacksneutral. Da es aus pflanzlichen Quellen kommt, ist es vegan und ist als Kohlenhydratlieferant auch nicht ungesund.

Ursprünglich wurde Sago aus dem Saft von angeritzten Palmen gewonnen, der dann durch ein Sieb gestrichen wurde. Dabei entstehen kleine Perlen, die vollständig ausgetrocknet sehr lange haltbar sind.

Heutzutage wird Sago aus stärkehaltigen Knollen gewonnen, meist aus Maniok, aber teilweise auch aus der Kartoffel.

Schwarze Johannisbeeren

Kaltschalen passen für mich perfekt in die Sommerzeit, wo mir öfter der Sinn nach etwas Süßem, Kalten steht. Wer den zugesetzten Zuckeranteil stark reduziert (das geht natürlich am einfachsten mit recht süßen Früchten) und etwas Proteine dazu aufnimmt, kann eine Kaltschale gut und gerne als Hauptmahlzeit genießen.

Ich habe mich für eine Variante mit der schwarzen Johannisbeere entschieden, da mich die Säure nicht groß stört und ich ein großer Fan der Superbeere bin.

Schwarze Johannisbeeren

Schwarze Johannisbeere

Frische schwarze Johannisbeeren kann ich auf dem Versuchsfeld unserer Universität pflücken oder im Garten meiner Eltern in Berlin. Dort wurde nämlich extra für mich ein Strauch angepflanzt, da die Frucht gut gegen Neurodermitis sein soll. Früher „musste“ ich also die schwarzen Früchtchen essen und wollte es deswegen nicht so gerne. Heute schätze ich sie dafür umso mehr!

Die schwarze Johannisbeere ist eine wahre Superfrucht und verdient die Bezeichnung „Super Food“ mindestens genauso wie Chiasamen oder Gojibeeren.

In Johannisbeeren allgemein findet sich sehr viel Vitamin C, doch in der schwarzen sind es mehr als 3mal soviel wie in der gleichen Menge Zitrone (175mg pro 100g gegen 50g pro 100g) und 5mal soviel wie in der roten Johannisbeere (35g pro 100g).

Außerdem ist die schwarze Johannisbeere recht reich an Magnesium und Kalium, beides wichtige Mineralstoffe für unseren Körper. Auch der Gehalt an präbiotisch wirkenden Ballaststoffen ist vergleichsweise hoch.

Eine Besonderheit der Beere ist allerdings ihr Gehalt an Anthocyanen, die sich in der schwarzen Beere besonders reichhaltig finden lassen und der weißen Sorte gar nicht vorkommen. Diese sekundären Pflanzenstoffe gehören zu den Flavonoiden und finden sich nur in der dunklen Schale der Früchte. Sie haben schon in der Pflanze die Aufgabe, freie Radikale zu binden und sie so vor Zellabbau zu schützen. Diese Funktion geht auch in unserem Körper nicht verloren, sie sind also sehr starke Antioxidanzen. Ihre antioxidative Wirkung übersteigt sogar die von Vitamin C um ein Vielfaches. Der einzige Pferdefuß ist allerdings, dass ihre Bioverfügbarkeit für uns Menschen gerade mal bei einem Prozent liegt, wir können sie also kaum aufnehmen.

Trotzdem wird den Anthocyanen eine heilende Wirkung bei z.B. Entzündungs- und Gefäßkrankheiten zugeschrieben.

Kaltschale aus schwarzen Johannisbeeren

Doch hatten meine Eltern nun eigentlich recht? Hat es mir tatsächlich geholfen, die

schwarze Johannisbeeren gegen Neurodermitis

zu essen?

Wer an Neurodermitis, einer entzündlichen Hautkrankheit, die zu stark juckender und geröteter Haut führt leidet, kann auch an einen Mangel Gamma-Linolensäure (GLA) haben. Diese ungesättigte Fettsäure wird in unserem Körper aus der essentiellen Linolsäure durch ein bestimmtes Enzym hergestellt. Die Aktivität dieses Enzyms kann allerdings eingeschränkt werden, wenn wir z.B. einen Mangel an bestimmten Mikronährstoffen haben oder an bestimmten Krankheiten leiden. Neurodermitis ist eine dieser Krankheiten, die die Synthese hemmen können.

GLA kommt aber auch in bestimmten Nahrungsmitteln vor. Sie ist z.B. im Hanfsamenöl oder eben im schwarzen Johannisbeerensamenöl enthalten. Eine Aufnahme der Fettsäure verbessert das Krankheitsbild.

Ich kann meinen klugen Eltern also Danke sagen, dass sie diesen Strauch für mich angepflanzt haben und vor allem auch, dass er noch steht, damit ich leckere Speisen wie die folgende kochen kann…

Kaltschale aus schwarzen Johannisbeeren

Kaltschale aus schwarzen Johannisbeeren

 

GLA: http://www.vitalstoff-lexikon.de/index.php?maincatid=172&subcatid=490&mode=listarticles&activeMenuNr=6&maincategory=172&tableExt=-1&menuSet=1&

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1 comment

JENNY July 19, 2015 - 20:54

Huhu!
Bei mir läuft gerade eine Blogvorstellung, schau gerne vorbei.

Liebste Grüße aus Hamburg
BLOND GIRL

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