How To: Wasserkefir herstellen

by Emilie
Wasserkefir zu Hause herstellen

Meine Fermentecke hat Zuwachs bekommen. Wenn es gut läuft, stehen in meinem Bücherschrank nicht nur mehrere Gläser Kimchi und ein großes Gefäß Kombucha, sondern jetzt auch: Zwei Flaschen Wasserkefir. (Ein Teil meiner Bücher musste leider weichen, um noch mehr Platz für meine Fermente zu schaffen…)

Über Kombucha und Kimchi habe ich auf diesem Blog schon meine Erfahrungen geteilt. Wasserkefir betreue ich seit ein paar Monaten und möchte ihn euch unbedingt ans Herz legen. Ich liebe ihn heiß (bzw kalt) und innig (bzw sprudlig)!

Was ist Wasserkefir?

 Wasserkefir ist ein probiotisches Getränk, das durch die Fermentation von Zucker zu Säuren durch sogenannte Kefirkristalle entsteht. Das ganze ähnelt also stark Kombucha, nur das hier andere Hefe- und Bakterienkulturen am Werk sind. Auch sie bilden zusammen eine Symbiose und formen gelartige, durchscheinend milchige „Steinchen“  – Wasserkefirkristalle genannt.

How To: Wasserkefir herstellen

So unterscheidet sich Wasserkefir von Kombucha

Wenn ihr bereits stolze BesitzerInnen eines Scobys seid, dann fragt ihr euch vielleicht: Brauche ich noch ein fermentiertes Getränk in meinem Haus?! Die Entscheidung liegt natürlich bei euch, aber ich sage … Ja!

Geschmackliche Unterschiede:

  • Wasserkefir sprudelt stärker als Kombucha, auch ohne zweite Fermentation! Die Bläschen sind fein und erinnern an Sektperlen.
  • Wasserkefir hat meist einen höheren Restzuckergehalt – oder wird bei zu langer Fermentation schnell alkoholisch (um die 2%).
  • Er schmeckt dadurch eher wie Limonade oder Radler und ist somit eine mildere Alternative zum teilweise streng schmeckenden Kombucha.

Unterschiede in der Herstellung:

  • Wasserkefir lässt sich schneller ansetzen, da du hier keinen Tee brühen musst!
  • Wasserkefir braucht nur eine kurze Fermentationszeit: Schon nach 2-3 Tagen ist das Getränk fertig.
  • Wasserkefir braucht im Gegensatz zu Kombucha keinen Sauerstoff bei der Fermentation. Er fermentiert also auch in der Flasche noch weiter.
  • Wasserkefirkulturen benötigen zur Verstoffwechslung Stickstoff. Deswegen wird der Ansatz mit Trockenfrüchten zubereitet.

Wenn du noch keine Erfahrung mit dem Fermentieren von Getränken hast, würde ich dir für den Start tatsächlich Wasserkefir noch eher empfehlen als Kombucha. Denn:

Wasserkefir herstellen

So einfach stellst du Wasserkefir zu Hause her

Gerade mal 5 Minuten brauche ich, um zwei Wasserkefiransätze fertigzustellen. Das Grundrezept ist so einfach, dass ich es bereits nach dem ersten Mal auswendig konnte:

  1. 3 EL Zucker (etwa 30g) und eine getrocknete Feige mit 200ml Wasser in einem Glas aufgießen.
  2. 300ml kaltes Wasser dazugeben.
  3. 30g Wasserkefirkristalle und etwas Säure (z.B. eine Zitronenscheibe) hinzugeben.
  4. Das Glas verschließen und die Kristalle 2-3 Tage ihre Arbeit machen lassen. Danach das Getränk direkt trinken, kühl lagern oder eine spannende Zweitfermentation starten (mehr dazu unten).

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Für mein Wasserkefir-Experiment habe ich mir diesmal professionelle Unterstützung geholt: Das Start-Up fairment ist der Anlaufpunkt für hochqualitative Startkulturen und tiefgreifendes Expertenwissen. Ihr findet dort alles, was ihr z.B. zum Kombucha-, Kefir-, Wasserkefir- oder auch Joghurtmachen braucht.

Denn auch, wenn im Internet die Tauschbörse an Fermentkulturen voll im Gange ist, könnt ihr euch nie sicher sein, was ihr bekommt. Ich habe z.B. etwas von meinem Scoby gegen vermeintlich gute Wasserkefirkristalle getauscht – und mehr oder weniger eine Tüte Wasser zurückbekommen. Im schlimmsten Fall erwischt ihr eine befallene Kultur mit Schimmel o.ä. … Und das kann gefährlich werden! Wenn ihr euch also nicht sicher seid, ob ihr eurer Quelle trauen könnt, dann kauft lieber bei fairment!

Wasserkefir

Die zweite Fermentation von Wasserkefir: Die Möglichkeiten sind grenzenlos

Nach lässigen 5 Minuten Aufwand und 2 Tagen Wartezeit könnt ihr euch mit dem Ergebnis zufrieden geben – oder weitermachen! Denn eine zweite Fermentation eröffnet euch, wie bei Kombucha, viele Möglichkeiten euren Kefir im Geschmack zu verändern.

Dazu lasst ihr etwas Platz in eurer Flasche Wasserkefir und gebt nach eurem Belieben Saft und/oder Kräuter/Gewürze dazu. Lecker ist z.B.:

  • Grapefruit- oder Limettensaft
  • frisches Obst, z.B. Birne oder Beeren
  • Ingwer
  • frische Kräuter wie Rosmarin oder Thymian

Je mehr Zucker ihr bei der zweiten Fermentation ergänzt, desto mehr Kohlensäure entsteht in der Flasche. Schon ein Tag reicht meist, damit der Geschmack sich verändert hat.

Traut euch! Wasserkefir hält viel aus

Bei meinem Kombucha bin ich mit krassen Experimenten (anderer Tee, anderer Zucker…) oft noch zögerlich. Zu groß ist die Gefahr, dass mein Scoby kippt und nicht mehr arbeiten will. Doch bei Wasserkefir müsst ihr euch nicht so viele Sorgen machen: Denn eure Kristalle vermehren sich! Nach jeder Fermentation bleibt also eine gute Menge für interessante Experimente übrig.

Teste doch mal

  • andere Trockenfrüchte: Statt Feigen gehen auch Pflaumen, Apfel oder Datteln
  • frisches Obst: Auch das liefert Stickstoff, das die Kristalle mögen
  • ein Saft-Wasser-Gemisch schon bei der ersten Fermentation
  • statt Zitronensaft eine andere Säure: z.B. Limette oder Grapefruit
  • anderen Zucker: Es geht z.B. auch Melasse oder Ahornsirup!

 

Ich bin immer offen für eure kreativen Ideen und Gedanken zu dem Thema! Ich freue mich, dass unter meinem Kombucha-Beitrag immer noch so rege diskutiert wird… Vielleicht eröffnen wir hier eine zweite Plattform?

Liebe blubbrige Grüße,

eure Emilie

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