Unsere Ernährung beeinflusst die Umwelt – oder – Noch ein Argument für den Vegetarismus

by Emilie
Unsere Ernährung beeinflusst die Umwelt – oder – Noch ein Argument für den Vegetarismus

Für Vegetarier gibt es viele verschiedene Gründe, auf Fleisch zu verzichten.

Eine Freundin mochte ganz einfach den Geschmack schon als Kind nicht, mein Bruder möchte kein Tier sterben sehen, für andere dient der Griff zum Fleischersatz als ein stiller Protest gegen die gedankenlos konsumierende Gesellschaft.
Doch es gibt noch einen anderen guten Grund, mit dem Menschen ihren Fleischverzicht erklären können.

Was wir alle schon ahnten, wird nun mit diversen Forschungsergebnisse abgesichert: Wenig oder kein Fleisch essen hilft unserer Umwelt.

 

Die Fakten, vor denen wir uns nicht verstecken können

Die Zahlen sprechen für sich:

  • Unsere Ernährung in Deutschland verursacht etwa 20 Prozent der Treibhausgas-Emissionen!
  • Die weltweite Tierhaltung verursacht mehr Treibhausgase als der gesamte Verkehr weltweit (inklusive Schiffe, Flugzeuge etc.)!
  • Um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, werden mehrere Kilogramm an Getreide bzw. Soja verfüttert à gleichzeitig verhungern weiterhin Millionen Menschen
  • Es werden 15 415 Liter Wasser verbraucht um ein Kilogramm Rindfleisch zu produzieren.
  • usw.

Das klingt alles ziemlich schrecklich. Doch wie kommen diese aufreibenden Zahlen zustande? Trinkt ein Rind tatsächlich so viel Wasser und pupst eine Kuh wirklich so viel Methan?

Unsere Ernährung beeinflusst die Umwelt – oder – Noch ein Argument für den Vegetarismus

Virtuelles Wasser eines Rinds

Nein, natürlich nicht. Doch vor allem der hohe Wasserverbrauch versteckt sich in all den Dingen, die wir brauchen, um z.B. ein Rind am Leben zu erhalten.
Um fleißig an (essbarer) Masse zuzulegen, braucht das Tier genügend Futter.
Dieses Futter muss angebaut werden und wird leider nicht 1:1 in Fleisch umgesetzt.
Damit genug Futter wächst, muss der Acker regelmäßig bewässert werden.
Damit das Rind nicht an Infektionen stirbt, muss der Stall und das Tier selbst regelmäßig gereinigt werden.
Auch für den Schlachtvorgang an sich benötigen wir wieder viel Wasser.
Insgesamt kommen wir so auf etwa 15.500l Wasser, die allein für ein Kilogramm des Fleisches verbraucht werden.

Warum die Biokuh auf der Wiese vermehrt pupst und rülpst

Wenn wir besonders viele Ballaststoffe essen, regt das unsere Verdauung an. Wenn wir aber zu viel Unverdauliches in den Dickdarm schicken, freuen sich unsere Darmbakterien und bereiten sich auf ein Fest vor. Das, was wir nicht aufnehmen können, verdauen sie einfach für uns und produzieren dabei eine ganze Menge Gase.

Bei der Kuh ist das ähnlich. Bekommt sie gut verdauliches, energiereiches Kraftfutter im Stall serviert, rülpst und pupst sie nicht so viel als wenn sie rohfaserreiches Weideland abgrast. Eine Kuh kann im Jahr bis zu 90 Kilogramm Methan ausstoßen.

Meine Meinung: Ich bin sehr für eine tiergerechte Haltung und bin überzeugt, dass die pupsenden Kühe nicht unser Hauptproblem sind. Eine Kuh, die mit Soja aus Brasilien gefüttert wird, hat jedenfalls eine schlechtere Klimabilanz als die ungeniert grasenden Kühe.

Unsere Ernährung beeinflusst die Umwelt – oder – Noch ein Argument für den Vegetarismus

Wie viel „Umwelt“ braucht unser Essen?

Auf einem Drittel des weltweiten fruchtbaren Ackerlandes wird Nahrung erzeugt, die nicht gegessen wird. Denn allein für das Fleisch, das von uns deutschen Verbrauchern gegessen wird, muss auf einer Fläche, die etwa so groß ist wie Rheinland-Pfalz, Soja im Ausland angebaut werden.

Es ist also sehr wohl ein Unterschied, ob wir Getreide von ein paar Quadratmetern Feld oder ein Stück Fleisch auf unseren Teller legen. Das Stückchen Fleisch hat vielen Menschen die Anbaufläche für ihre Nahrung belegt.

Unsere Ernährung beeinflusst die Umwelt – oder – Noch ein Argument für den Vegetarismus

Das klingt alles so negativ und erschlägt mich– wie setze ich wichtige Ratschläge um?

Wenn wir im Supermarkt stehen, müssen wir auf eine Menge Dinge achten, je nachdem, welche Ernährungsform wir leben, wie gut gefüllt unser Geldbeutel ist und mit welchen Unverträglichkeiten wir zu kämpfen haben. Viele von uns scannen schon das Kleingedruckte, legen Wert auf Bio oder vermeiden zu viel Salz. Kommt jetzt also NOCH eine Sache hinzu, bei der wir höllisch aufpassen müssen?

Ja und Nein. Dass wir das Thema Umwelt nicht aus den Augen verlieren, ist aus den verschiedensten Gründen sehr wichtig. Wir schützen damit nicht nur die Natur, indem mehr Land einfach nur Land sein darf, wir retten damit nicht nur Menschen vor dem Hungertod – wir tun auch etwas für uns. Viele Lebensmittel, die mit einer hohen Umweltbelastung verknüpft sind, schaden bei übermäßigem Verzehr auch unserer Gesundheit.

Es ist deshalb wichtig und eigentlich gar nicht so schwer, auf ein paar Dinge zu achten.
Trotzdem müssen wir für unseren Einkauf nicht 2 Stunden oder eine Unmenge Geld einplanen und uns unnötigen Stress verursachen. Mit einfachen Regeln können wir schon eine Menge verändern – Denn ich bin überzeugt davon: Der Gang zur Kasse ist ähnlich dem zur Wahlurne. Wir entscheiden und bestimmen, was vermehrt in unsere Supermärkte wandert und was langsam aber sicher aussortiert wird.

Wie ihr mit ein paar Dingen viel bewirken könnt, erfahrt ihr hier! :) 

 

Zum Informieren und Nachlesen:

Virtuelles Wasser: http://virtuelles-wasser.de/schwein_rind.html
Hegewald (2012): Ökobilanzielle Betrachtung der Produktlinie Palmöl und ausgewählter Nahrungs- und Futtermittelprodukte, Masterarbeit Uni Halle

“Nachhaltige Ernhrung – Was unser Essen mit Klimaschutz und Welternährung zu tun hat” Infoheft des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten RheinlandPfalz
Der Nachhaltige Warenkorb

 

Das könnte dir auch gefallen:

2 comments

Annie January 26, 2016 - 21:04

Sehr interessanter Artikel, danke für die ganzen Infos!

Reply
Emilie January 27, 2016 - 17:11

Sehr gern! :) Ist auch wirklich ein wichtiges Thema…

Reply

Leave a Comment

Hier gibt es Cookies! Ist das okay für dich? Das ist okay. Ich geh mal wieder.

Datenschutz und Cookies