{Selbstversorger-Balkon Teil 3} Tipps und Tricks für eine erfolgreiches Gärtnern und reiche Ernte

by Emilie
{Selbstversorger-Balkon Teil 3} Tipps und Tricks für eine erfolgreiches Gärtnern und reiche Ernte

 

Im dritten und letzten Teil meiner Serie teile ich mit euch meine Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren meines Balkon-Gärtnerns gesammelt habe. Wenn ihr meine Fehler nicht wiederholt, sollte bei euch nichts schiefgehen!

Gefäße, Erde und Co.

 

  • Tipp Nr. 1: Pflanzgefäße müssen nicht teuer sein!

Pflanzen ist es egal, ob sie in einem ausrangierten Weidekorb, einer ausgepolsterten Bananenkiste oder in einem fancy Pflanzsack stecken. Solange eure Gefäße groß genug für die jeweilige Pflanze ist, sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Schaut im Keller nach alten Eimern, am Straßenrand nach Kisten.

Ihr wisst nicht, was groß genug heißt? Keine Sorge, ihr werdet es merken. Pflanzen, die aus ihren Gefäßen hinauswachsen, könnt ihr jederzeit umtopfen.

Wichtig beim Selberbauen: Immer kleine Löcher in die Gefäße bohren, damit sich das Wasser nicht staut!

    • Tipp Nr. 2: Steine verhindern Wasserstau

Sammelt Kieselsteine in unterschiedlichen Größen und legt sie als erstes in euer Pflanzgefäß. So schafft ihr ein natürliches Abflusssystem für Wasser, dass die Erde nicht aufnehmen kann oder derzeit nicht braucht. Für eure Balkonkästen gibt es Konstruktionen aus Plastik, ihr könnt aber anstelle dieser genauso gut Steine nehmen.

  • Tipp Nr. 3: Keine Muttererde in den Topf!

Leider eignet sich die normale Gartenernte nicht für enge Balkongefäße. Die Porengröße der zusammengestauten Erde ist einfach zu klein, sodass sich das Wasser in den Töpfen sammeln würde und die Wurzeln zu wenig Sauerstoff bekämen. Ich empfehle daher lockere Torf- oder Kokoserde.
Anmerkung (Danke an Leserin Susanne!): Torferde ist ökologisch nicht vertretbar. Die Moore, die dafür trocken gelegt werden, geben eine Menge CO2 ab, was der Umwelt stark zusetzt. Gleichzeitig wird der Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere unwiderruflich zerstört. Einen alternativen Einkaufsführer hat der BUND für euch zusammengestellt: BUND-Einkaufsführer torffreie Erden

 

  • Tipp Nr. 4: Zu viel Düngung schadet den Pflanzen!

Mit Dünger versetzte (Blumen-)Erden sind zu nährstoffreich für die allermeisten Gemüse- und Obstpflanzen. Das gilt vor allem bei der Aussaat. Wählt stattdessen lieber spezielle Aussaat- oder Kräutererde oder ungedüngte Alternativen.

Ihr habt schon Blumenerde daheim? Dann füllt diese unten in den Topf und deckt sie oben mit ungedüngter Erde ab. So wachsen die Jungpflanzen ruhig heran und erhalten später aus den tieferen Schichten die Nährstoffe, die sie brauchen.

Wann düngen, wann nicht? Je nachdem, ob ihr Schwachzehrer oder Starkzehrer gepflanzt habt, müsst ihr eure Pflanzen unterschiedlich stark düngen. Salate benötigen höchstens im Jungstadium eine Portion Nährstoffe, Tomaten hingegen regelmäßig Nachschub. Im Internet findet ihr genaue Rechenbeispiele zur Düngung, doch ganz ehrlich: Düngung nach Augenmaß hat bei mir immer ganz gut funktioniert. Ihr werdet ein Gefühl dafür bekommen.

 

Tipps zur Aussaat

 

  • Tipp Nr. 5: Pflanzt euer Wurzelgemüse nicht zu spät!

Emilies Radieschen-Ernte 1 sah so aus.

Emilies Radieschen-Ernte 2 hingegen so.

Wer sein Gemüse zu spät und bei praller Sonne auspflanzt, riskiert unkontrolliertes Schießen der Blätter und kümmrige Wurzeln. Das ist vor allem bei Wurzelgemüse ärgerlich, denn hier wollen wir ja, dass vor allem due Wurzel dick und saftig wird. Auch Salate solltet ihr nicht zu spät säen, da sich sonst schnell Blütenstände bilden.

Schaut euch also genau an, welche Pflanze wann ins Freie sollte und pflanzt sie bei hohen Temperaturen im Frühjahr sogar einen Ticken eher.

 

  • Tipp Nr. 6: Gebt eurem Gemüse genug Platz!

Eine große Ernte kommt nicht von vielen Samen! Wer seinen Pflanzen nicht genügend Platz gibt, erntet am Ende zwar viele, aber sehr kleine Früchte. Das trifft vor allem bei Rübchen zu, die im Balkonkasten nebeneinander einen Abstand von mind. 20, eher 30cm haben sollten.

Pflanzen hegen und pflegen

 

  • Tipp Nr. 7: Tomaten ausgeizen, Salate zurückschneiden

 Die Früchte eurer Tomatenpflanze werden größer, wenn ihr sie von Anfang an ausgeizt.
Das heißt, dass ihr die Mitteltriebe herausbrechen solltet, pro Ast wachsen nur zwei Haupttriebe in die Höhe.

 

  • Tipp Nr. 8: Pflücksalat statt Kopfsalat

Pflücksalate haben den Vorteil, dass die einzelnen Salatblätter rasch nachwachsen. So habt ihr ständig neues, frisches Grün und müsst nicht, wie beim Kopfsalat, auf euer einmaliges Salatglück warten.

Achtung: Salate sollten früh gepflanzt werden (s. Tipp 5). Sobald der Salat schießt, also Blüten ausbildet, kann er Platz für ein neues Gemüse machen.

 

  • Tipp Nr. 9: Nutz- und Zierpflanze in einem: Essbare Blumen

 Auf meinem Balkon wächst nur, was sich auch essen lässt. Das heißt aber noch lange nicht, dass bei mir alles grün und langweilig aussieht: Essbare Blumen wie Korn- oder Ringelblumen sind wunderschön anzusehen und machen auch auf dem Teller richtig was her.

Hier habe ich Kornblumen zu einem Erdbeer-Risotto serviert.

Übrigens: Bei der Kapuzinerkresse könnt ihr sowohl die Blätter als auch die Blüten essen. Sie schmecken ein wenig scharf und super lecker!

  • Tipp Nr. 10: Kresse geht immer!

Ihr habt gerade geerntet und eine kleine Lücke im Aussaatplan? Dann pflanzt doch einfach eine Runde Kresse. Die kleinen grünen Spitzen sind in 2 bis 3 Tagen ausgewachsen und fertig zum Genuss.

 

Der Onlineshop Ladenzeile hat mir eine Graphik zur Verfügung gestellt, die ich für sehr gelungen halte. Hier werden für euch abschließend die Nährstoff- und Wasseransprüche der pflegeleichtesten Pflanzen und ein paar Upcycling-Ideen zusammengefasst. Für mehr Inspiration empfehle ich euch auch mein Pinterest-Board sowie Teil 1 und Teil 2 meiner Balkonserie.

 

 

Ihr habt noch weitere Fragen oder Tipps, die ihr teilen wollt? Dann schreibt mir gern in die Kommentare, was euch auf dem Herzen liegt.
Ich wünsche euch viel Erfolg bei der diesjährigen Gartensaison! :)

Das könnte dir auch gefallen:

4 comments

Susanne Kuderna-Demuth March 17, 2017 - 18:48

Liebe Emilie, deinen Blog lese ich sehr gerne und habe schon einige Rezepte ausprobiert – alle klasse. Bisher war ich stille Mitleserin – aber heute muss ich mich zu Wort melden: Erde mit Torf geht echt gar nicht!!! Es wird Raubbau betrieben, um Torf abzubauen und zwar an unserer Erde. Es werden hierdurch Moore trockengelegt, die Lebensraum für viele spezifische Pflanzen und Tiere bieten, dieser wird hierdurch unwiederbringlich zerstört. Torf versäuert außerdem die Erde, den Boden so, dass auch noch nachgedüngt werden muss. Es ist wirklich wichtig auf Erde ohne Torfzusatz zu achten, alles andere ist nicht zu verantworten. Zwei interessante links hierzu: https://www.bund.net/naturschutz/moore-und-torf/
und https://www.bund.net/naturschutz/moore-und-torf/torffrei-gaertnern/ – das musste ich echt loswerden! Viele Liebe Grüße und ein schönes Wochenende! Susanne

Reply
Emilie March 19, 2017 - 10:48

Liebe Susanne,
vielen Dank für deinen Hinweis! Für genau diese Art von Austausch liebe ich meine Leser*innen. Ich werde mir beizeiten deine Links anschauen, Recherche betreiben und den Beitrag entsprechend anpassen. Zurzeit habe ich nur begrenzt Internet, in den nächsten Tagen wird es aber passieren.
Torferde wurde mir von Gärtnern empfohlen, bisher habe ich mir darüber noch gar keine Gedanken gemacht – Danke, dass du mich auf das Thema aufmerksam gemacht hast! :)
Viele Grüße aus Indien,
Emilie

Reply
Emilie March 23, 2017 - 08:31

Liebe Susanne,
ich habe den Text entsprechen angepasst. Danke dir nochmal für den Hinweis, ich habe einiges dazu gelernt.
Gruß,
Emilie

Reply
Susanne Kuderna-Demuth March 23, 2017 - 22:08

Hallo liebe Emilie! Dir auch viele liebe Grüße nach Indien! Ich bin ganz platt, wie schnell du reagiert hast. Viele Menschen, die sich (wieder) für das Gärtnern auch in der Stadt begeistern, werden in den üblichen “Gartencentern” nicht gut beraten. Bei uns findet hier schon ein Umdenken statt und es wird auch eine torffreie Variante angeboten – da musste ich na klar gleich ein Lob aussprechen. Vorsicht ist bei sog. “Bio-Erde” geboten. Dieses Etikett sagt im Grunde nichts aus. Sehr oft liest man dann im Kleingedruckten, dass doch ein nicht unerheblicher Teil Torf enthalten ist. In Weltläden gibt es oft Kokosblocks zum Aufquellen, dann hat man auch nicht soviel zu schleppen, wenn man seinen Balkon weiter oben hat. Ich wünsche dir eine schöne Zeit, Susanne

Reply

Leave a Comment

Hier gibt es Cookies! Ist das okay für dich? Das ist okay. Ich geh mal wieder.

Datenschutz und Cookies