Schoko-Mousse-Tassen mit dunklen Kirschen & Obst haltbar machen

by Emilie
Schoko-Mousse-Tassen mit dunklen Kirschen & Obst haltbar machen

Manchmal hat man einfach Glück.

Erst vor kurzem stand ich inmitten von Kirschbäumen auf dem Versuchsfeld meiner Uni. Ich hüpfte, kletterte (auf Basti und auf Bäume), um an die schönsten, reifsten Früchte zu gelangen. Danach lag ich mit leichten, erfolgsbedingten Bauchschmerzen in der Sonne und schleppte schließlich einen 5l Eimer voll mit Süßkirschen nach Hause.

Zwei Tage später hagelte es so stark, dass alle Bäume Schäden davontrugen. Die Sauerkirschen, die neben den süßen stehen, sind fast alle hin, die etwas festeren Knuppern haben Dellen und Löcher. Wäre ich nur ein bisschen später in den Kirschen gewesen, hätte ich auf viele der folgenden Leckereien verzichten müssen – denn den behandelten Kirschen im Supermarkt gehe ich aus dem Weg und die biologischen sind in den Mengen, wie ich sie gepflückt habe, für mich unbezahlbar.

Süßkirschen

 

Nun, ist ja alles gut gegangen. Ich hoffe, auch ihr konntet noch erfolgreich Kirschen ernten! Wer, wie ich, größere Augen als Magenkapazität hat und plötzlich mit einer Masse an Kirschen in der Küche steht, die unmöglich schnell gegessen werden kann, sollte sich an das gute alte Einwecken wagen. Oder an Kirschmarmelade – die geht auch ganz ohne Gelierzucker!

Für kleinere Mengen Kirschen verrate ich euch noch das allerbeste Kirschdessertrezept, was mir je untergekommen ist. Es ist so unglaublich gut, dass wir noch 3 Stunden später in Ohs und Ahs ausbrachen…

 

Schoko-Mousse-Tasse mit Kirschen

Bevor wir zu dieser Leckerei kommen, möchte ich euch ein paar Tipps gegen, wie ihr mit einer Flut von Kirschen klar kommt.

Kirschflut

Wie der Stein aus der Kirsche kommt

Egal ob bei Kirschmarmelade, Kirschkuchen oder Kirschen im Einweckglas – niemand von uns hat Lust, bei jeder Frucht kurz innezuhalten und den Kern im Mund freizubuddeln. Das mag bei einer Portion frischer Kirschen mit anschließendem Kirschkern-Weitspucken noch lustig sein, doch spätestens wenn Opa beim Sonntagsbrötchen einen Zahn verliert, hat man ein Problem…

Kirschen entkernen ist eigentlich gar nicht so schwer. Ihr könnt euch entweder ein fancy Entkerngerät kaufen oder ihr bastelt euch einfach euer eigenes. Dazu braucht ihr nur einen Korken (für alle Nicht-Weinliebhaber: Die nächste Bar spendiert euch sicher einen, so bin ich diesmal auch zu meinem gekommen), eine Haarnadel (eine Büroklammer tut es auch) und ein wenig Fingerspitzengefühl.

Die Haarnadel steckt ihr tief und fest in euren Korken. Durch diesen handlichen Griff und mit dem spitzen Ende nun relativ einfach den Kern aus der Kirsche hebeln. Rot werden eure Hände nach der Aktion wahrscheinlich trotzdem sein, beim nächsten kernlosen Kirschessen wisst ihr aber, dass sich diese Matscherei gelohnt hat!

Kirschen entsteinen

Kirschen lange haltbar machen: Die einfachste Einweckmethode, die sogar ohne Omas Hilfe funktioniert

Mit dieser einfachen Methode könnt ihr Obst (und Gemüse) ohne Zuckerzusatz für mehrere Jahre haltbar machen. Bei uns stehen immer noch ein paar Pflaumengläser der letzten Saison im Keller (in den Sorten Zimt, Vanille und klassisch). Vor allem im Winter, wenn die frischen Früchte aus Übersee und die regionalen Äpfel aus energiefressenden Lagerhäusern kommen, ist es eine schöne und nachhaltige Alternative, auf eingeweckte Früchte zurückzugreifen. Sie schmecken wunderbar auf Frühstücksporridge, in Kuchen oder klassisch auf magenfüllendem Grießbrei.

Was ihr dafür braucht, sind sehr, sehr saubere, am besten frisch ausgekochte Gläser mit neuen, intakten Deckeln. Nur so könnt ihr einen luftsicheren Verschluss garantierten!

Ich hebe mir meistens Gläser aus dem Handel auf, übergieße sie mit heißem, kochendem Wasser und lasse sie dann sauber abtropfen. Fürs Einwecken investiere ich dann in eine Packung neue Deckel, die für unter einen Euro zu haben sind.

In diese sterilen Gläser füllt ihr dann euer Obst und begießt es mit Wasser. Ob heiß oder kalt ist dabei egal. Es ist empfehlenswert, das Glas nur zu ca. 80% voll zu machen, damit ein Vakuum entstehen kann.

Schraubt nun den Deckel fest auf das Glas. Füllt einen sehr breiten Topf mit etwa 10cm Wasser und stellt eure Gläser falsch herum hinein (also auf den Kopf). Deckel drauf, Topf auf den Herd und wenn das Wasser kocht, lasst ihr eure Gläser ungefähr 5 Minuten einkochen.

Dann könnt ihr sie vorsichtig herausnehmen und, auf den Kopf gestellt, auskühlen lassen.

Ob die Deckel auch wirklich fest zugeschraubt waren und ob der ganze Vorgang ansonsten erfolgreich war, könnt ihr leicht kontrollieren: Die Deckel sollten ein wenig nach innen eingedellt sein. Das ist ein sicheres Zeichen für jahrelang haltbare Früchte. Wenn ihr euch bei einem Glas nicht ganz sicher seid, ob es wirklich gut verschlossen ist, öffnet dieses am besten zuerst. Hört ihr beim Öffnen dann ein lautes Knacken, hätte es auch noch viele weitere Monate stehen können… ;)

Eingeweckte Kirschen

Marmelade kochen – ganz ohne Gelierzucker

Marmeladekochen ist DIE Methode, mit der große Ernten klassischerweise haltbar gemacht werden. Früher benutzen unsere Großmütter zum gelieren noch Apfelschalen, da in den alten Sorten reichlich Pektin steckte.
Heute wird meist Gelierzucker verwendet, da er günstig zu haben ist, die Marmelade immer gelingt und die Herstellung sehr einfach ist. Tüteninhalt rein, aufkochen, abfüllen, fertig.

Doch auch ohne die fixen Tütchen gelingt ein wunderbarer, nicht zu süßer, Aufstrich. Gerade bei süßem Obst wie Erdbeeren, Süßkirschen oder Pfirsichen, die allesamt schon eine gute Menge Fruchtzucker mitbringen, kann man meiner Meinung nach auf Zucker gänzlich verzichten.

Um der Marmelade die typische geleeartige Konsistenz zu geben, gibt es viele Möglichkeiten. Von Agar Agar bis hin zu Sagoperlen gibt es viele Bindemittel, die auch für das Marmeladekochen gut geeignet sind.

Ich habe mich diesmal für die Variante mit Flohsamen entschieden, da ich diese sowieso noch vom Brotbacken zu Hause hatte. Die Kirschen habe ich mit etwas Wasser aufgekocht und püriert, dann kamen die Flohsamen dazu. Als diese gelierten, kochte ich die Marmelade noch einmal auf, füllte sie heiß in saubere Gläser und ließ diese auf dem Kopf gestellt auskühlen. Ungeöffnet hält sich die Marmelade so eine ganze Weile!

Es gilt aber zu beachten: Da der konservierende Zucker fehlt, hält sie sich geöffnet nur bis zu einer Woche im Kühlschrank. Ich benutze deswegen immer kleine Marmeladengläser, die ich innerhalb von wenigen Tagen aufessen kann.

Kirschmarmelade ohne Gelierzucker

Bei saureren Früchten süße ich nach Bedarf mit Honig. Ein Glas Kirschmarmelade habe ich probeweise mit zerhäkselten Steviablättern eingekocht. Die Blätter fielen später gar nicht mehr auf und die Süße war auch nicht sehr aufdringlich. Da werde ich noch ein wenig experimentieren!

Ein Dessert zum schwach werden – Schoko-Mousse-Tassen mit dunklen Kirschen

Okay okay. Jetzt werde ich aufgeregt… Denn schon allein der Gedanke an diese schokoladigen, sündigen, himmlisch köstlichen Tässchen bringt mich zum Träumen.

Das Rezept stammt von der wunderbaren Natürlich Backen mit Amber Rose. Ich bin ein großer Fan ihrer Kreationen und bis jetzt hat mich noch keines ihrer Rezepte enttäuscht.

Schoko-Mousse-Tassen mit Kirschen

 

Das folgende Dessert enthält viel Butter, viel Ei, viel Liebe und kommt aufgrund der Dekadenz in nur kleinen Portionen daher. Jeder kleine Löffel voll ist ein Löffel des Glücks. Beim Backen bildet sich eine knackige Schicht, in der Mitte sind die Küchlein immer noch weich und moussig. Die Kirschen geben dem ganzen eine fruchtige Note. Ich bin sehr verliebt, hier kommt das Rezept:

 

Schoko-Mousse-Tassen mit Kirschen

Serving Size: 2 Portionen

Schoko-Mousse-Tassen mit Kirschen

Ingredients

  • 40g Butter
  • 50g dunkle Schokolade (mind. 80%)
  • 60g Mehl (Dinkel)
  • 40ml Ahornsirup
  • 40g Süßkirschen, entkernt und halbiert
  • 1 Ei
  • 1 Eigelb

Instructions

  1. Die Schokolade mit der Butter in einer kleinen, hitzebeständigen Schüssel über heißem Wasser schmelzen. Etwa 10 Minuten auskühlen lassen.
  2. In einer zweiten Schüssel Eigelb und Ei schaumig aufschlagen.
  3. Das Mehl vorsichtig einsieben und unterschlagen, den Ahornsirup dazugeben.
  4. Mit wenigen Bewegungen die geschmolzene Schokoladen-Butter-Masse unterrühren.
  5. Den fertigen Teig in kleine, hitzebeständige Tassen oder Förmchen füllen.
  6. Nun sanft ein paar Kirschen in den Teig drücken.
  7. Die Tassen müssen vor dem Backen etwa 20 Minuten in den Kühlschrank.
  8. Bei 180°C 10-12 Minuten backen, bis sich eine knackige Kruste gebildet hat.
  9. Optional mit Kakaopulver oder Puderzucker bestreuen.
http://emiliestreats.de/schoko-mousse-tassen-mit-dunklen-kirschen-obst-haltbar-machen/

Amber Rose “Natürlich backen”

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2 comments

Tabea July 18, 2016 - 00:12

Hallo Emilie,
Du hast Stevia erwähnt :-)
Wir haben eine Stevia Pflanze und ich weiß nicht so recht wie ich sie am besten einsetzen soll.
Kennst du dich zufällig damit ein bisschen aus? Das heißt am Besten Blätter trocknen und einen Sirup herstellen oder nur trocken?
Hast du frische Blätter verwendet, die du einfach zerhäkselt hast?

Danke im Voraus und liebe Grüße, Tabea

Reply
Emilie July 18, 2016 - 09:16

Liebe Tabea,
wie der Zufall so will, hatte auch ich letztes Jahr eine Steviapflanze auf dem Balkon. Da Stevia nicht winterfest ist, habe ich alle Blätter am Ende des Sommers abgeerntet. Getrocknet kann man sie für einen Tee verwenden, ich finde die Dosierung im “blättrigen” Zustand allerdings schwierig. Meine Methode: Mindestens 3l Wasser aufsetzen und die gesamten Blätter (oder auch die Stiele) darin köcheln lassen. So entsteht ein sehr sehr süßes Wasser, das du zur Not auch nochmal verdünnen kannst. Ich habe einen Teil dann mit meinem leckeren Chaiextrakt (Link: hier) vermischt und in Eiswürfelformen eingefroren. So hatte ich immer super leckeren Tee auf Vorrat zur Hand. Eine große Flasche habe ich im Kühlschrank gelagert und zum Pancakes backen, zum Süßen von Quarkspeisen etc verwendet. Da kein Zucker im Extrakt ist, hält sich das ganze nicht ewig – einfrieren ist bei großen Mengen dann die beste Möglichkeit.
Viel Spaß und Erfolg!
Viele Grüße,
Emilie

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