Ratatouille-Gemüse-Turm

by Emilie
Ratatouille-Gemüse-Turm

Ratatouille-Turm

Mein Freund mag keine Paprika. Er kann den Geschmack einfach überhaupt nicht leiden. Egal, wie vorsichtig ich ihm ein paar Stückchen in die Tomatensoße oder in das Gulasch mische – er schmeckt sie immer heraus und verzieht das Gesicht.
Ich für meinen Teil liebe Paprika und integriere sie gern in mein Mittagsessen. Abends muss die warme Mahlzeit dann aber ohne sie auskommen.

Ich habe also einen Grund mehr, es so richtig auszuleben, wenn die Wohnung für ein paar Tage herrenlos bleibt. Dann heißt es: Ratatouille, Rotwein und Arthousefilme!

Ratatouille ist ein recht einfaches Gericht, das vor allem von guten Zutaten lebt. Ihr solltet euch also Mühe geben, die beste Zucchini, die allerschönste lila Aubergine und die saftigsten Tomaten aufzutreiben. Am einfachsten gelingt das, wenn ihr auf die Zeit wartet, in der das Gemüse gerade frisch geerntet wird, also auf den Sommer!

Es gibt viele Anleitungen, wie man das perfekte Ratatouille zubereitet. Von Tomatendosen bis vorgegrilltes Gemüse ist alles dabei. Ich wollte das typische Schmorgericht diesmal ein wenig schöner präsentieren und habe mich für eine Turmvariante entschieden. Da in meiner Studentenküche ein professioneller Speisering fehlt, habe ich einfach eine Dose an beiden Ende aufgeschnitten und das Gemüse so in Form gelegt.

Ratatouille Turm

Bevor ich euch genau erzähle, wie das funktioniert hat, fange ich jetzt erst einmal an, von den ernährungsphysiologischen Vorzügen der Gemüsepaprika zu schwärmen. Denn Paprika ist und bleibt ein Killer in Sachen Nährstoffen!

Die rote Paprika ist den anderen beiden Farbvarianten in ihrem Nährstoffgehalt überlegen. Wenn ihr also als Kinder grüne Paprika essen solltet, da sie ja ach so gesund sei – ihr wurdet reingelegt, genauso wie ich.

Kleiner Einwurf: Wenn ihr euch fragt, wo eigentlich der Unterschied zwischen grüner, gelber und roter Paprika ist, hier kommt die Erklärung: Es handelt sich bei den unterschiedlich gefärbten Schoten nicht um verschiedene Sorten, sondern um den Reifungsgrad! Eine unreife Paprika ist grün und wird, bei ordentlich viel Sonne und Zeit, rot oder gelb oder reift von gelb nach rot. Das wiederum ist sortenabhängig.

Ratatouille Gemüse

In der reifen roten Paprika steckt ein enorm hoher Gehalt an Carotinoiden. Fast ein Drittel machen sie in der Schote aus. Carotinoide sind eine Klasse von natürlich vorkommenden Farbstoffen, die unser Gemüse, Obst, aber auch Eigelb oder Käse gelb bis rot färben.

Es sind zwei erwähnenswerte Carotinoide in der Paprika enthalten. Das am meisten und, soweit ich weiß, auch nur in der Paprika anzutreffende, Capsanthin ist vor allem für die rote Farbe der Schote verantwortlich. Da diese Verbindung so gut färbt, wird sie als Paprikaextrakt auch in der Lebensmittelherstellung verwendet. Für unseren Körper hat sie starke antioxidative Eigenschaften und schützt unseren Körper somit vor früher Alterung und anderen, mit oxidativem Stress assoziierten, Erkrankungen.

Auch beta-Carotin wirkt antioxidativ und ist in der Paprika in beachtlichen Mengen enthalten. Der Farbstoff, der z.B. auch in Möhren vorkommt, wird auch häufig als Provitamin A bezeichnet. Dahinter versteckt sich der Fakt, dass beta-Carotin eine Vorstufe des Vitamin A ist und in unserem Körper teilweise darin umgewandelt wird. Aber auch alle anderen Carotinoide sind Vorstufen des Vitamin A, also alles A-Provitamine!

Das Vitamin A umfasst eine Gruppe von Verbindungen, die verschiedene Funktionen in unserem Körper erfüllen. Einige dieser Verbindungen nehmen wir direkt aus unserer Nahrung auf, doch viele werden aus Carotinoiden gebildet. Sie spielen bei der Entwicklung von Zellen und Geweben und bei vielen Stoffwechselvorgängen eine große Rolle.
Wer zu wenig Vitamin A zu sich nimmt und sich ein Mangel ausbildet, kann an Nachtblindheit erkranken und somit bei wenig Licht sehr schlecht sehen. Sicherlich kommt daher auch die Hausfrauenweisheit, mit der euch auch eure Mutter früher geködert hat: “Iss viele Möhren, denn sie sind gut für deine Augen!”

Eines fehlt in dieser berühmten Aussage aber – so etwas wie: “…und ein Butterbrot dazu.” Denn Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin und auch deren Vorstufen, die Carotinoide, können von unserem Körper nur mit einer Portion Fett aufgenommen werden.

Ergänzung: Wie ich vor kurzem gelernt habe, kann ein zu viel von Vitamin A, vor allem in der Schwangerschaft, schwere Folgen haben. Wer Vitamin A direkt als Retinol aufnimmt (zum Beispiel beim Leberverzehr) und dabei seinen Bedarf überschreitet, kann bei seinem Baby Missbildungen hervorrufen. Denn Retinol baut unsere symmetrische Achse und unsere Extremitäten nach einem fein regulierten Prinzip auf – hier kann zu viel genauso schaden wie zu wenig.

Allerdings müsst ihr euch beim Paprika- und Möhrenessen keine Sorgen machen: Hier ist ja nur die Vorstufe von Retinol enthalten. Haben wir genug Vitamin A im Körper, wird aus den Vorstufen auch nicht mehr hergestellt.

Außerdem liebe ich die Paprika aufgrund ihres hohen Vitamin C Gehalts. In  einer Paprika steckt mehr Vitamin C als in einer Zitrone!

Ratatouille Gemüse

Übrigens zählt die Paprika zu den Beeren, da ihr Fruchtgehäuse um die Samen liegt. Auch Melonen, Kiwis und Bananen zählen zu den Beeren. Ja sogar das ganze Ratatouillegemüse zählt dazu! Tomaten und Aubergine und Zucchinifrüchte sind botanisch gesehen Beeren! Wir essen hier also einen geschmorten Beerensalat, wenn wir es so sehen wollen! :D

Nun will ich euch nicht länger zappeln lassen: Hier kommt das Rezept. Das Olivenöl gebt ihr am besten nach dem Backen über den Turm, so bleibt es auf jeden Fall stabil.

Ratatouille Turm

Ratatouille-Gemüse-Turm

Ratatouille-Gemüse-Turm

Ingredients

  • 2 leere Dosen, an beiden Seiten aufgeschnitten
  • 1 kleine Aubergine
  • 1 kleine Zucchini
  • 1 rote Paprika
  • 3 Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch (oder eine große)
  • frischer Oregano
  • frischer Thymian
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl

Instructions

  1. Den Ofen auf 200°C vorheizen und die Paprika in große Stücken schneiden.
  2. Die Paprika so lange im Ofen rösten, bis sich die Haut leicht wellt. Dann herausnehmen und die Haut vorsichtig abziehen. (Wenn ihr diesen Schritt weglasst, ist das auch okay.)
  3. Die Zwiebel fein würfeln und die Knoblauchzehen schälen. Dann einmal fest mit einem Glas oder der Hand auf die Zehen schlagen. Zwiebelstücken mit dem Knoblauch in einer Pfanne etwa 5 Minuten schwitzen lassen.
  4. Die Aubergine, Zucchini und Tomate in runde Scheiben schneiden. Bei einer großen Aubergine, deren Scheiben über den Durchmesser der Dose hinaus gehen: Die Scheiben teilen, bis sie in die Dose passen. Die Gemüsescheiben salzen und pfeffern.
  5. Die Kräuter fein schneiden bzw die Blätter abzupfen.
  6. Nun kommt es zum spaßigen Teil: Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Dosen daraufstellen. Nun das Gemüse Schicht für Schicht in die Dosen stapeln. Am besten mit einer dickeren Auberginenscheibe beginnen. Die Reihenfolge der Gemüsescheiben ist optional, doch nicht vergessen, nach jeder zweiten bis dritten Schicht Kräuter und Zwiebelknoblauchmischung einzufüllen. Nach jeder Schicht mit einem Löffel oder mit den Fingern das Türmchen festdrücken.
  7. Im Ofen etwa 20-30 Minuten backen, je nachdem, ob das Gemüse al dente oder butterzart sein soll.
  8. Vor dem Servieren den gesamten Turm mit einem Schieber auf einen Teller bringen, dann die Dose vorsichtig abziehen.
  9. Mit Olivenöl beträufeln.
http://emiliestreats.de/ratatouille-gemuse-turm/

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2 comments

Sunny July 16, 2015 - 16:29

Das schaut echt soo lecker aus! Bei mir läuft gerade eine Blogvorstellung, vielleicht magst du ja mal vorbeischauen?
Das würde mich auf jeden Fall freuen! <3
http://sunnyslifestyleblog.blogspot.de/2015/07/blogvorstellung-danke-fur-100.html
Love, Sunny xX

http://sunnyslifestyleblog.blogspot.de/
Beauty, Lifestyle, Fashion, DIY, Travel – Mein Leben! ♥

Reply
Emilie July 17, 2015 - 09:42

Danke für die Einladung, ich schaue gleich mal vorbei!

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