How to: Kombucha herstellen (Anleitung mit und ohne Scoby!)

by Emilie
How to: Kombucha herstellen (Anleitung mit und ohne Scoby!)

Gestern habe ich euch den Mund wässrig geredet. Habe euch meinen neuen kleinen Mitbewohner vorgestellt und euch 8 gute Gründe gegeben, warum es sich lohnt, sich mehr mit Kombucha zu beschäftigen.

Jetzt ist es nur fair, endlich mit der Sprache rauszurücken, wie ihr das Trendgetränk Nummer 1 auch selbst zu Hause herstellen könnt! Und das ist gar nicht schwer….

Was ist eigentlich Kombucha?

Methode 1: Kombucha herstellen mit Scoby

Wenn ihr so einen verrückten Vogel in eurer Nachbarschaft habt, der sich auch schon ein Stück „Qualle“ auf Zuckertee gesetzt hat, habt ihr das große Los gezogen. Jetzt gibt es eigentlich gar keinen Grund mehr, keinen Kombucha herzustellen, denn mit schon vorhandenem Scoby ist die Sache ganz einfach.

Alternativ werden Scobys mitlerweile auch schon bei ebay verkauft. Zu der Seriosität der Anbieter kann ich keine Auskunft geben, da ich meinen Scoby nach der Methode 2 ins Leben gerufen habe. Eine weitere Bezugsquelle sind die Jungs von Fairment Kombucha (mehr Infos weiter unten).

Für einen Liter Kombucha-Starter mit Scoby braucht ihr:

1l Wasser

8g Grün-, Schwarz- oder weißen Tee (lose oder 2 Teebeutel!)

50g Zucker (braun oder weiß, das ist völlig egal)

einen Scoby (dieser muss NICHT die Größe der Oberfläche eures Gefäßes besitzen!) und

einen großen Glasbehälter (es geht auch Plastik, aber auf keinen Fall Metall!)

optional: (dann fermentiert das Ganze schneller!): ½ Tasse fertigen Kombucha

  1. Setzt das Wasser in einen großen Topf auf. Gebt den Tee und den Zucker hinzu und kocht die Mischung kurz auf.
  2. Wenn der Zucker vollständig gelöst ist, füllt ihr den gesüßten Tee in euer Gefäß ab. Der Tee muss vollständig auskühlen, bevor ihr euren Scoby „zu Wasser lasst“.
  3. Ist das Getränk abgekühlt, setzt ihr euren Scoby vorsichtig auf die Oberfläche.

Anmerkung: Euer Scoby muss nicht so groß sein wie euer Gefäß! Ist er zu klein, wird er wachsen, ist er zu groß, schneidet ihr ihn euch zurecht (das tut ihr am besten sehr schnell mit einer Schere, denn … siehe „Was gibt es zu beachten“)

  1. Viele Scobys sinken in den ersten Tagen zu Boden, doch keine Sorge: Das ist völlig normal. Im schlimmsten Fall bildet sich auf der Oberfläche ein neuer kleiner Scoby.
  2. Deckt das Gefäß mit einem luftdurchlässigen Baumwolltuch ab. Achtung: Fliegen lieben Kombucha! Ihr solltet ihn auf keinen Fall offen stehen lassen.
  3. Nach einer Woche könnt ihr den Kombucha kosten. Schmeckt er noch sehr süß, lasst ihn eine weitere Woche stehen. Achtung: Erfahrene (alte) Scobys sind teilweise fleißige Bienchen, die einen Kombucha auch schon nach 3-4 Tagen fermentiert haben. Früheres Kosten lohnt sich dann!
  4. Nach spätestens zweieinhalb Wochen sollte euer Kombucha fertig sein. Nun könnt ihr ihm noch einen bestimmten Geschmack verleihen. (siehe unten: Zweite Fermentation)

How-to: Kombucha herstellen

Methode 2.1: Kombuchaherstellung ohne Scoby

Für 1,5 Liter Kombucha-Starter ohne Scoby braucht ihr:

1l Wasser

8g Grün-, Schwarz- oder weißen Tee (lose oder 2 Teebeutel!)

50g Zucker (braun oder weiß, das ist völlig egal)

eine Flasche unpasteurisierten Kombucha

einen großen Glasbehälter (es geht auch Plastik, aber auf keinen Fall Metall!)

  1. Die ersten 2 Schritte sind identisch mit den ersten 2 Schritten der 1. Methode.
  2. Wenn das Getränk abgekühlt ist, gebt ihr die Flasche Kombucha zu eurer Teemischung hinzu.
  3. Nach etwa einer Woche könnt ihr eine winzig kleine Membran auf eurem Kombucha erkennen. Herzlichen Glückwunsch, der Babyscoby ist geboren!
  4. Nach spätestens 3 Wochen ist euer Kombucha fertig und euer Scoby ausgewachsen. Diesen könnt ihr sorgfältig einsammeln, ihn in ein Plaste- oder Glasgefäß tun, etwas Kombucha darauf geben, damit er nicht austrocknet und im Kühlschrank so lange aufbewahren, bis ihr euren nächsten Kombucha nach Methode 1 ansetzt (bis zu 30 Tage).

Kombucha

Methode 2.2: Reine Scobyherstellung

Eine andere Möglichkeit, die ich ausprobiert habe, war, dass ich eine Tasse meines Kombuchas einfach 3 Wochen stehen ließ. Fast der gesamte Inhalt meiner Schüssel wurde zu einem sehr dunklen, kleinen Scoby!

Für einen Babyscoby braucht ihr:

eine Tasse unpasteurisierten Kombucha

einen flachen Teller oder eine Schüssel

  1. Stellt euren Kombucha, abgedeckt mit einem Baumwolltuch, an einen warmen, schattigen Ort.
  2. Nach 2-3 Wochen ist euer Scoby geboren!
  3. Diesen Scoby könnt ihr nach Methode 1 weiterverarbeiten.

 

Wo kaufe ich unpasteurisierten Kombucha? 

Ich habe meine erste Flasche Kombucha auf der Berlin Food Week von den Mädels der Berlin Kombucha Society gekauft. Ich habe aber mal kurz gegoogelt – es gibt mittlerweile mehrere Anbieter, die ihren nicht erhitzen Biokombucha verkaufen. Ein Beispiel wären die Jungs von Fairment Kombucha, die sogar Scoby + Ansatzflüssigkeit im Set bei Amazon verkaufen –> hier gibt’s ein ganzes Kit, hier einen Scoby und hier die passende Ansatzflüssigkeit/rohen Kombucha.

Wenn ihr andere guten Anbieter gefunden habt, kommentiert gerne unter diesem Beitrag – viele andere Kombucha-Interessierte freuen sich darüber! Anderer Tipp: Wenn ihr in einer Großstadt wohnt, geht ins nächste Szeneviertel und schaut euch um! Ich bin mir sicher, dass das eine oder andere Café im Hinterzimmer Scobys angestellt hat… ;)

How-to: Kombucha herstellen

Die zweite Fermentation – So kommt der Geschmack in den Kombucha!

  1. Entscheidet euch, wonach euer Kombucha schmecken soll. Nach Früchten der Saison? Nach Zimt? Nach Vanille? Ingwer? Kokosnuss? Nach einer bestimmten Teesorte? Besorgt euch die entsprechenden Zutaten.
  2. Schneidet euer Obst klein. Füllt euren fertigen Kombucha in ein kleineres Glasgefäß oder in eine Glasflasche ab. Gebt das Obst in euren Kombucha. Mögt ihr euer fertiges Getränk sprudelig, solltet ihr etwas Platz bis zum Verschluss lassen, damit Gase entstehen können. Verschließt das Gefäß luftdicht!
  3. Nach zwei Tagen hat euer Kombucha den Geschmack eurer Zutaten angenommen und ist bereit, genossen zu werden!

 

Achtung! – Das gibt es zu beachten!

Wascht euch eure Hände! Die Kombuchaherstellung ist nicht schwer, allerdings solltet ihr eines sehr, sehr ernst nehmen: die Hygiene. Kombucha ist ein lebendiges Produkt, ständig finden diverse Stoffwechselvorgänge statt. Habt ihr einmal einen Keim im Getränk, wird es schlecht. Solltet ihr auch nur ein winzig kleines blaues, haariges Fleckchen Schimmel auf eurem Scoby finden, schmeißt ihn weg. Denn eure Gesundheit ist wesentlich wichtiger als ein Fizzy Drink.

Doch: Keine Panik, steril muss euer Brauplatz nicht sein. Soooo anfällig ist der Scoby nicht und meinem geht es schon einen Monat lang gut.

Kein Schmuck! Scoby mag kein Metall. Er nimmt es euch sehr übel, wenn ihr ihn mit einem Ring am Finger oder einem Löffel berührt.

Hände weg vom Früchtetee! Tee mit Ölen (z.B. Earl Grey) oder auch Früchtetee sind für die Kombuchaherstellung nicht geeignet. UPDATE: Sind sie doch! Lest mehr dazu hier.

Raus aus der Sonne! Der Scoby liebt einen lauwarmen Arbeitsplatz, er besteht ja schließlich zum Teil aus Hefe. Direktes Sonnenlicht solltet ihr aber lieber trotzdem meiden.

Was ist eigentlich Kombucha?

SO! Nun seid ihr good to go! Wer noch Fragen hat, kann sich gerne bei mir melden! Ich sammle Fragen, die ich gestellt bekomme sowie meine eigenen und beantworte sie dann ausführlich in einem Post.

Ich bin sehr gespannt, was ihr von euren Kombuchaexperimenten berichtet. Let’s brew! :D 

 

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12 comments

Valerie March 9, 2016 - 13:20

Wirklich klasse! Wir ziehen bald in unser Haus und ich denke ich werde, das dann mal versuchen :)
Aber noch eine Frage: Enthält Kombucha dann Alkohol? Und weißt du wieviel?

Liebe Grüße

Reply
Emilie March 9, 2016 - 17:58

Hey! :) Ja, Kombucha enthält in ganz kleinen Mengen Alkohol und zwar etwa 0,5%. Der Wert kann natürlich steigen, wenn die Fermentierung zu lange andauert, das schmeckst du dann aber auch. Schau mal, hier habe ich einen ganzen Beitrag dazu, was Kombucha eigentlich ist, wie er entsteht usw.: http://emiliestreats.de/de/mein-liebstes-neues-hobby-und-warum-es-sich-lohnt-seinen-eigenen-kombucha-zu-zuchten/
Viel Spaß beim Brühen und Ausprobieren! :D
Alles Liebe an dich!

Reply
Holger June 12, 2016 - 17:28

Also das derr scoby Fruchttee nicht mag stimmt nicht. Ich stelle meinen Kombucha nur noch mit Frichttee und einen kleinen Teil Grünentee her. Man sollte nur darauf achten das der Tee ohne Zusatzstoffe, Aromastoffe u.s.w. ist, der grüne Tee natürlich auch. Meistens nehme ich; 6g Grüner Tee (Chun Mee, DM-Eigenmarke), 12g Früchte Tee (Windsor-Castle “Fruitics“, gibt es bei Edeka) für 3l Wasser, 280-300g Zucker, 300ml Andatzflüssigkeit, 1-2 scoby Scheiben.
Also funktioniert super bei mir, der Geschmack ist richtig schön fruchtig, und nicht bitter wie es bei manchen schwarzen Tee Sorten passieren kann. Zur zweiten Fermentierung, gibt es in jede abgefüllte Flasche so 50-70ml Traubensaft oft Johannisbeerensaft. 2-3 Tage im Zimmer. Dann ab in Kühlschrank, super spritzig, ohne dass eine Flasche explodiert, oder beim Öffnen sich halb entleert :)

Gruß Holger. Kombrewing is good!

Reply
Emilie June 12, 2016 - 19:07

Lieber Holger, das ist ja super!!! Danke für diese Info, das probiere ich gleich bei meinem nächsten Ansatz aus. Wie schön, dass auch du das Kombuchabrauen für dich entdeckt hast. Mir ist tatsächlich mal eine Flasche explodiert – die habe ich einfach viel zu lange stehen gelassen. Passiert mir bestimmt nie wieder. :’D
Viele Grüße zurück,
Emilie

Reply
Holger June 13, 2016 - 18:12

Ach noch was, hab es gerade bei dir noch was gelesen. Also zum Thema Metall und Scoby….Also ich kann aus Erfahrung sprechen das es dem Scoby schon mal egal ist wenn man in mit einem Metall Messer schneidet, also ich habe mehr Scheiben zu kleinen Quadraten geschnitten und nach dem zwischenlagern in einer Schale mit Wasser habe ich in Einmachgläsern neue Scobys angezogen, und sie wachsen super :)
Aber wie es aussieht wenn der Scoby durchgehend mit Metall in Kontakt wäre, das weiß ich auch nicht. Aber ich denke Edelstahl würde in nichts machen, da in der Industrie ja auch Kombucha in riesen Edelstahlbehälter gebraut wird. Würde mich ja mal interessieren, also wenn das mal jemand von euch testen will oder hat, keine Nachricht hier wäre cool.

Gruß Holger.

Reply
Emilie June 13, 2016 - 18:42

Lieber Holger,
Kombucha habe ich über die Kombucha Society Berlin kennengelernt – dort wird Kombucha generell nicht in Metallbehältern, sondern in großen Glasbehältern hergestellt. Die Mädels haben mir erklärt, dass Metall dem Kombucha wohl nicht gut bekommt. Ich erkläre mir das so: Die entstehenden Säuren würden Metallionen herauslösen. Ein kurzer Kontakt von Messer/Schere und Scoby ist sicherlich noch in Ordnung, da wird nicht viel passieren. Spannend finde ich, dass du den Scoby in Wasser lagerst – auf die Idee wäre ich nicht gekommen, ich lasse immer noch etwas Kombuchaflüssigkeit im “Scoby-Zuhause”.
Der Industriekombucha ist ja meist auch pasteurisiert, hat also eh nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Getränk zu tun.
Ich freue mich sehr, dass dir das Thema so zusagt! Bald gibt es auch ein neues Rezept mit Kombucha hier auf dem Blog. ;)

Reply
Philipp September 14, 2017 - 01:27

Hey Emilie,
Tausend Dank für deine genialen Anleitungen und Ideen. Ich bin vor einigen Wochen auf Kombucha gestoßen und wollte mich auch ans Werk machen. Ich hab beide deiner varianten ohne Scoby und Starter-Kid ausprobiert und mir dafür aus dem Ökoladen um die Ecke unvermentierten Kumbucha besorgt. Die eine Hälfte hab ich einfach wie du, stehen gelassen, die andere hab ich in zu einem Teeansatz hinzugefügt. Hat beides funktioniert! Jedoch ging bei mir der Ansatz mit Tee wesentlich schneller. Aber dennoch: man braucht kein Kid, sondern einfach nur Geduld :)
Beste Grüße aus Neuseeland

Reply
Emilie September 14, 2017 - 11:47

Philipp! Vor ab: Du bist in Neuseeland?! Neid! Du machst in Neuseeland Kombucha? Doppelter Neid! :D Das klingt ja total super bei dir!
Danke, dass du mir von deinen Erfolgen erzählst, das freut mich sehr. :) Und ja genau. Ein Kit braucht man nicht unbedingt, wenn man unpasteurisierten Kombucha finden kann. Das machen die Bakterien+Hefen schon von ganz allein.
Viele Grüße und grüß die Kiwis von mir!
Emilie

Reply
Julia October 29, 2017 - 12:12

Hallo Emelie,
Mir ist es tatsächlich ungewollt gelungen einen Scoby “einfach so” herzustellen – ohne ein Kombucha Getränk zu kaufen. Ich habe angefangen selbst Ginger Beer herzustellen (rob greenfield.tv, auch auf Youtube “Wild fermentation”). Für die Basis muss man Ingwer und Zucker (je 2 Tl) mit einem Glas Wasser zusammenmischen. Dann mit einer Serviette abdecken und jeden Tag bisschen nachfüttern, damit die Fermentation anfängt. Nach ca 2-3 Tagen ist es soweit. Mittlerweile steht dieser “Ginger bug” bei mir seit ca 3 Wochen (ich hab ihn immer wieder neu gemacht, nur ca 10% von der Basis im Glas gelassen) und heute schaue ich und es hat sich ein kleiner Scoby auf der Oberfläche gebildet!!! Ich bin so begeistert ^^ ich muss dann ausprobieren, obs dann mit Tee funktioniert und zu einem Kombucha wird.
Ansonsten LIEBE ich Kombucha und mache es seit ca nem halben Jahr. Kann mich nicht satttrinken :)
Danke für die Seite und so detaillierte Beschreibung!
Glg aus Wien,
Julia

Reply
Emilie October 30, 2017 - 16:00

Hi Julia,
das ist ja der Wahnsinn! :D Ginger Beer, das interessiert mich total! Benutzt du auch Hefekulturen oder echt “nur” Zucker und die Luftbakterien? Super spannend auf jeden Fall, dass daraus auch eine Kombucha-Kultur werden kann. Berichtest du von deinen Fortschritten?
Viele Grüße,
Emilie

Reply
Kivno October 17, 2018 - 19:02

Hi super Post erstmal!

Kennt ihr eine Möglichkeit den Kambucha Pilz selbst herzustellen, z.B mit Hefe aus dem supermarkt? Diesen dann in ein geeignetes Nöhrmedium geben und wachsen lassen.

Liebe Grüsse
Kivno

Reply
Emilie October 18, 2018 - 13:53

Hi! Das weiß ich leider nicht. Du kannst dir einen lebendigen Kombucha kaufen, diesen stehen lassen und dann entsteht ein Scoby. Ob es getrocknete Kombucha-Hefen zu kaufen gibt, kann ich dir nicht sagen.
Liebe Grüße,
Emilie

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