Gerösteter Orangenrosenkohl und Granatapfel – Kartoffelsalat

by Emilie

Unser Geschmacksempfinden überrascht mich immer wieder. Ob ich den einen Merlot bei der Weinprobe herausschmecke, weil ich ihn einfach gar nicht mag oder meine Mama der festen Überzeugung ist, meine Linsencreme schmecke wie die Leberwurst ihrer Oma: Unser Geschmack ist wie nichts anderes dafür verantwortlich, wie wir uns ernähren.

 

 

Und so kam es, dass ich bis zu meinem 22. Lebensjahr keinen Rosenkohl aß. Ich probierte zwar jedes Jahr aufs Neue eine „Kuller“, wie die Kohlröschen in meiner Familie liebevoll genannt werden. Doch jedes Jahr aufs Neue spuckte ich sie wieder aus. Was verwunderlich ist, denn alle, wirklich alle in meiner Familie lieben Rosenkohl.

Rosenkohl und Geleebananen sind die zwei Dinge, die ich immer angebe, wenn ich gefragt werde, was ich denn gar nicht esse. Ich schätze, diese Antwort muss ich jetzt wohl überdenken.

Denn ich habe Rosenkohl gegessen. Zwei-, dreimal in wenigen Tagen. Und ich habe vor, es wieder zu tun.

 

Komm’ auf die dunkle Seite der Macht und iss mit uns Rosenkohl!

 Wir alle sind genetisch darauf programmiert, erst einmal alles Bittere abzulehnen. Das machte früher auch total Sinn, denn bittere Pflanzen waren meist giftig. In der automatischen Reaktion, Bitteres wieder auszuspucken, hat sich der Mensch davor bewahrt, nach dem Essen tot umzufallen. Süßes hingegen versprach nährende und wohlschmeckende Kost und wurde deshalb schon immer bevorzugt.

Kinder lernen erst später, dass eine gewisse Bitterkeit gut schmecken kann und nicht gefährlich ist. Unsere Geschmacksnerven gewöhnen sich an Bitterkeit genauso wie an Schärfe.

Und doch ist es bei Rosenkohl nicht unbedingt die Bitterkeit, die mich immer gestört hat. Ich glaube, es war diese schweflige Note, an die ich einfach nicht rankam.

 

 

Glucosinolate – die Stinker im Rosenkohl

Die Stoffe, die für den schwefligen Geruch und Geschmack des Rosenkohls verantwortlich sind, heißen Senfölglycoside oder auch Glucosinolate und setzen leicht Schwefel frei. Vor allem durch langes Kochen verbreitet sich der Schwefelgeruch wie eine Wolke im Haus und lässt Kinder erschauern.

(Ausnahme mein Bruder: Er liebt das Zeug einfach!)

Viele Menschen können die Kombination aus Bitterkeit und Schwefelnote nicht leiden. Ein wenig Abhilfe schaffen Zubereitungsmethoden, die dem Rosenkohl eine neue Note geben.

 

Rösten, Karamellisieren, Abkühlen – so gelingt Rosenkohl

Nach endlos vielen Beiträgen zum Thema „So schmeckt jedem Rosenkohl“ mit den Aussagen „Sie haben Rosenkohl bisher einfach immer falsch gegessen“ habe ich es nun auch versucht. Ich habe meinen Kohl mit einer Thymian-Orangen-Marinade geröstet und mit Honig karamellisiert. Und das Ergebnis hat mir sogar ganz gut geschmeckt, zumindest mit ordentlich viel Feta dazu.

Was mich aber sehr überrascht hat, war: Meine abgekühlten Rosenkohlreste am nächsten Tag schmeckten mir noch viel besser!

Und so entstand die Idee zu diesem Kartoffelsalat. Er ist ein Gedicht und das ist nicht nur so dahingesagt. Der Rosenkohl gesellt sich zu frisch-fruchtigen Granatapfelkernen und wird im Geschmack durch die Kartoffeln neutralisiert. Umschmeichelt wird die Komposition mit einem unwiderstehlichen Tahin-Honig-Dressing, das die bittere Note des Rosenkohls aufgreift und ihr sogar ihre Berechtigung gibt.

 

Gerösteter Orangenrosenkohl und Granatapfel-Kartoffelsalat

Serving Size: 3-4 Portionen

Gerösteter Orangenrosenkohl und Granatapfel-Kartoffelsalat

Ingredients

    Für den Rosenkohl
  • 750g Rosenkohl
  • 1-2 TL frisch geriebene Orangenschale
  • 1 TL Thymian
  • 2 EL Öl
  • 1 EL Apfelessig
  • 1 TL Salz
  • frische gepresster Orangensaft
  • 1 EL Honig
    Für den Salat
  • 2 Portionen abgekühlte Kartoffeln
  • die Kerne eines Granatapfels
    Für das Dressing
  • 1 EL Oliven- oder Hanföl
  • 1 EL Tahin
  • 1/2 EL Ahornsirup
  • Salz

Instructions

  1. Die Kartoffeln könnt ihr vorbereiten, wenn ihr eh Kartoffeln zum Mittag/Abendessen plant. Kocht einfach 2 Portionen mehr mit und stellt sie in den Kühlschrank.
  2. Für den Rosenkohl den Ofen auf 18ß°C vorheizen und die Marinade aus Orangenschale, Thymian, Öl, Essig und Salz anrühren.
  3. Den Rosenkohl putzen, auf einem Backblech verteilen und die Marinade einreiben. Für 12 Minuten in den Ofen stellen und rösten.
  4. Nach den 12 Minuten den mit dem Orangensaft verrührten Honig über den Rosenkohl geben. Weitere 5 Minuten rösten.
  5. Den Granatapfel entkernen und das Dressing anrühren.
  6. Den Salat mit lauwarmen und komplett erkalteten Rosenkohl genießen.
http://emiliestreats.de/gerosteter-rosenkohl-orange-granatapfel-kartoffelsalat/

 

I’m outta here! – Ich verabschiede mich für 6 Wochen nach Indien

In der nächsten Zeit werden meine Beiträge unregelmäßiger und vielleicht etwas verkürzt zu euch finden. Das liegt dann daran, dass ich in Indien bin und nur immer mal wieder Internetzugang haben werde.

Meine Reise könnt ihr, wenn das besagte Internet verfügbar ist, auf Instagram mitverfolgen. Auf Facebook werde ich euch ältere Rezepte empfehlen und vorstellen.

 

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4 comments

Ineke February 15, 2017 - 11:50

Da ist es ja, das berühmt berüchtigte Rosenkohl Rezept. Werd es wohl dringend mal ausprobieren müssen. ;)

Wünsch dir ganz viel Spaß in Indien, hab eine super Zeit!

Reply
Elisabeth February 16, 2017 - 10:15

Ich bin auch eine konvertierte ehemalige Rosenkohlhasserin (oder Kohlsprossen, wie die grünen Kugeln in Österreich heißen) ;) Fand ich als Kind unfassbar eklig.
Seit ein paar Jahren bin ich aber plötzlich auch Fan und liebe ihn heiß, echt lustig, wie sich der Geschmack verändert! Für mich war auch rösten und karamellisieren der Durchbruch. Als Salat hatte ich ihn aber noch nie, das klingt köstlich und muss ich ausprobieren, solange es noch Rosenkohl gibt.
Viel Spaß in Indien dir :)
Liebe Grüße,
Elisabeth

Reply
Maria Potthoff February 26, 2017 - 20:34

Das ist ja eine tolle Idee :-) Muss ich auf jeden Fall mal nachmachen! Ich wünsche dir eine ganz tolle Reise, bin schon auf viele Bilder gespannt :-) Liebe Grüße aus dem Passeiertal Südtirol :-)

Reply
Emilie February 27, 2017 - 06:52

Liebe Maria, die ersten Bilder kannst du auf Facebook und Instagram sehen, ich bin mir noch nicht sicher, wie viele davon auf den Blog kommen. Vielen Dank für deine guten Wünsche, bisher haben wir eine fantastische, aber teilweise auch aufregende und stressige, Zeit. Jeder Tag ist ein Abenteuer…
Viele Grüße in die Kälte,
Emilie

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