Falafel aus Kichererbsenmehl mit Blumenkohlreis und Beiwerk

by Emilie
Falafel aus Kichererbsenmehl mit Blumenkohlreis und Beiwerk

Ein viertes Rezept in der Kichererbsenmehl-Woche war nicht geplant. Es passierte einfach mittendrin und wurde wunderbar.

Falafel aus Kichererbsenmehl mit Blumenkohlreis und Beiwerk

Manchmal passiert es einfach

Die Geschichte dieses Rezeptes ist schnell erzählt. Am Mittwoch aßen wir Falafel. Stinknormale Falafel, mit Kichererbsen, wie man Falafel eben so macht. Wir schafften nicht alle und es blieb noch eine gute Portion für meine Mittagspause am nächsten Tag.

Am Donnerstag also, zwischen Uni und Kirschen pflücken (davon erzähle ich euch ein anderes Mal), inspizierte ich unseren Kühlschrank. Es lag noch ein großer Kopf Blumenkohl darin, für den es noch keine großen Pläne gab, die besagten Falafelreste und ein wenig Salat. In meinem Kopf rotierte es kurz und schnell stand eine Lunchbowl mit Blumenkohlreis, Falafel und Rucolasalat auf dem Tisch. Einer fixen Eingebung folgend, schnippelte ich mir noch einen Pfirsich dazu. Der musste eh weg, Pfirsiche scheinen zum Schnellverzehr gezüchtet worden sein.

Falafel aus Kichererbsenmehl mit Blumenkohlreis und Beiwerk

Das Ganze schmeckte mir im Endeffekt so gut, dass ich auf meinem Fahrradweg in Richtung Kirschen fast eine rote Ampel übersah. Ich dachte einfach zu intensiv darüber nach, ob ich Falafel auch nur aus Kichererbsenmehl machen könnte und wo ich noch schnell einen Topf Petersilie herbekäme. (Meine Pflanze auf dem Balkon hatte ich gerade kahl geerntet.)
Mir war klar: Dieses Rezept muss, wenn überhaupt, noch diese Woche auf den Blog. Wann sonst postet man ein Falafelrezept, wenn nicht zur in der Kichererbsenmehl-Woche?!Falafel aus Kichererbsenmehl mit Blumenkohlreis und Beiwerk

Kichererbsenmehl zieht Wasser

Ich kenne mich mittlerweile mit Kichererbsenmehl gut aus, so dass es für mich keine große Hürde war, einen passenden Falafelteig herzustellen. Beachten müsst ihr bei der Verarbeitung von Kichererbsenmehl eigentlich nicht viel. Mein Tipp: Das Mehl zieht relativ viel Wasser. Ihr solltet den Teig also vor dem Braten/Backen eine Weile stehen lassen, sonst kann es passieren, dass das Endergebnis sehr trocken wird.

 

Über’s Frittieren und Transfettsäuren

Genau aus diesem Grund habe ich den Falafelteig auch recht feucht gehalten. Er ist so feucht, dass ihr keine Bällchen damit formen könnt.

So. An dieser Stelle muss ich nun ein kleines Geständnis ablegen… Ich habe bisher noch nie frittiert. Ich habe eigentlich Angst vor dem Frittieren und vor Frittiertem. Auf meiner 4-wöchigen Reise auf Bali habe ich versucht, Frittiertes zu meiden. Ich hatte immer Angst, die Balinesen könnten Pflanzenöle mit einem niedrigen Rauchpunkt verwenden, die durch die Hitze zerfallen und dass so eine ordentliche Menge freier Radikale auf meinem Teller landen.


Heute weiß ich, dass aktuelle Forschungen herausgefunden haben, dass neue Züchtungen das Öl von Raps, Sonnenblume und Co. so stabil macht, dass es sogar kalt gepresst 170°C aushält.  
Wer Fett benutzt, auf dem explizit „Für Braten und hohes Erhitzen“ o.ä. drauf steht, muss sowieso nichts befürchten. Durch heutige, hoch entwickelte technische Raffinationsverfahren entstehen so gut wie keine Transfettsäuren mehr, häufig bleibt das gute Fettsäuremuster erhalten.

 

Falafel aus Kichererbsenmehl mit Blumenkohlreis und Beiwerk

Ich stand also mit meinem feuchten Teig in der Küche, ließ zur Abwechslung eine ordentliche Menge Fett in die Pfanne (es sollte ja nichts kleben bleiben!) und arbeitete einfach drauflos. Als ich es plötzlich leicht knistern hörte, die Falafel schnell knusprig und knackig wurden, schoss es mir wie ein Blitz durch den Kopf: Ich frittiere gerade das erste Mal in meinem Leben!

Was mir bisher nicht bewusst war: Für’s Frittieren braucht es gar nicht so viel Fett. Es reicht eine kleine Pfütze in der Pfanne und schon kann das fettige Brutzeln losgehen. Ich sage euch: Es macht Spaß! Und das Ergebnis kann sich sehen lassen! Meine Angst vor dem Frittieren bin ich mit einem Schlag losgeworden. Falafelexperiment sei Dank!

Habt ihr schon Erfahrungen mit dem Frittieren gemacht? Wie steht ihr zu dieser Zubereitungsmethode? Klar, aufgrund der großen Menge an verwendetem Fett und den damit einher kommenden Kalorien ist Frittieren keine Kochmethode für den Alltag und sollte in Maßen eingesetzt werden. Für knusprige Falafel scheint es mir aber dennoch die beste Methode und für einen besonderen Genuss werde ich durchaus mal wieder etwas mehr Fett in die Pfanne lassen.

 

Ihr könnt frittierte Falafel gar nicht ab? Dann klickt hier für mein Rezept für grüne Ofenfalafel!

 

Falafel aus Kichererbsenmehl mit Blumenkohlreis und Beiwerk

Serving Size: 8 Falafel/2 Portionen

Falafel aus Kichererbsenmehl mit Blumenkohlreis und Beiwerk

Ingredients

    für die Falafel
  • 160 g Kichererbsenmehl
  • 100-200 ml Wasser
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 EL Öl
  • 1/2 TL Natron
  • 1/2 TL Kumin
  • 1/4 TL Salz
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt oder gepresst
  • 1 TL getrockneter Koriander
  • eine Prise Kardamom
  • Pfeffer
  • ein-zwei handvoll Petersilie, fein gehackt
    für den Blumenkohlreis
  • 1/4 - 1/2 Kopf Blumenkohl
  • Salz, Pfeffer, Kräuter nach Belieben
    außerdem
  • 2 Pfirsiche
  • grüner Salat (bei mir: Rucola)
  • Tahini/Erdnussmus --> beides super lecker!
  • Joghurt

Instructions

  1. Für die Falafel alle trockenen Zutaten inklusive Knoblauch miteinander vermischen. Die Petersilie, das Wasser (erstmal nur 100ml) und das Öl hinzugeben, mit einem Holzlöffel kräftig verrühren.
  2. 10 Minuten stehen lassen. Jetzt die Teigkonsistenz prüfen: Die Falafel sollten sehr weich und auf keinen Fall formbar sein. Wenn das nicht der Fall ist, sollte mehr Wasser hinzugegeben werden. Kichererbsenmehl unterscheidet sich sehr in seinem Wasserbindevermögen, hier müsst ihr ein wenig ausprobieren. ;)
  3. In der Zwischenzeit den Blumenkohl grob reiben.
  4. Einen halben bis einen Zentimeter hoch Öl in eine Pfanne geben. Heiß werden lassen, dann auf mittlere Hitze stellen. Jeweils einen Esslöffel klebrigen Teig in das Fett geben - die Häufchen müssen nicht schön aussehen! Ihr könnt sie nach wenigen Sekunden braten auch gern platt drücken oder abrunden, je nachdem, wie ihr es schön findet. ;)
  5. Die Falafel von jeder Seite 1-2 Minuten anbraten lassen, bis sie anfangen, braun zu werden. Dann herausnehmen und auf einem Küchenpapier abtropfen lassen.
  6. Den Blumenkohlreis könnt ihr theoretisch roh verzehren, bekömmlicher (und meiner Meinung auch leckerer) wird er, wenn ihr ihn in einer Pfanne kurz anschwitzt. Mit einer beschichteten Pfanne geht das auch ohne Öl, wir haben ja schon genug Fett an den Falafeln. ;) Ich lasse den Reis meist für etwa 2 Minuten bei geschlossenem Deckel garen. Gelegentliches Umrühren nicht vergessen! Mit Salz und Pfeffer abschmecken, bei Bedarf Kräuter eurer Wahl hinzugeben.
  7. Den Pfirsich in feine Spalten schneiden. Ein Bett Salat vorbereiten und den Blumenkohlreis darauf verteilen. Die Spalten an den Rand legen, die Falafel auf den Reis geben und mit Joghurt und Erdnussmus/Tahini beklecksen.
http://emiliestreats.de/falafel-aus-kichererbsenmehl-blumenkohlreis/

So, das war’s. Eine ganze Woche habe dem Kichererbsenmehl nun gewidmet, ab nächster Woche geht es dann mit etwas Süßem weiter. Hier seht ihr nochmal alle Rezepte im Überblick:

Ei-freie Quiche mit Kichererbsenmehl und Karotten Ei-freie Quiche mit Kichererbsenmehl und Möhren

Cracker aus Kichererbsenmehl mit dreierlei Dips Cracker aus Kichererbsenmehl mit drei Dips

Low-carb Pfannkuchen mit Kichererbsenmehl

 

 

Low-Carb Pfannkuchen mit Kichererbsenmehl

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9 comments

Jenni July 5, 2016 - 07:51

Liebe Emilie!
Die Falafel sehen wirklich großartig aus!
Ich muss gestehen, dass ich ebenso einen Bogen um Frittiertes machen wie du bisher. Das liegt zum einen daran, dass ich bisher ebenfalls immer dachte, das sei nicht so gesund (nun bin ich ja eines Besseren belehrt worden) und zum anderen diese Zubereitungsweise einfach nicht so gerne mag, weil alles so furchtbar fettig ist. Das ist auch eine psychische und haptische Sache – ich mag fettiges Essen gar nicht haben. Da ist mir dann auch eher unwichtig, ob das nun gesundes Fett ist oder nicht – ich finde das ästhetisch und auch im Mund geschmacklich nicht so schön. Aber das ist natürlich jedem selbst überlassen! :)

Wenn ich Falafel mache, brate ich sie auch häufig in der Pfanne an, nehme dafür aber gerade so viel Kokosöl, dass sie nicht kleben bleiben – zählt das schon zum Frittieren? ;)

Das Rezept finde ich auf jeden Fall toll (ich liebe alles mit Kichererbsen und ihrem Mehl) und schaue mir auch gleich einmal deine Ofen-Falafel an.

Liebe Grüße
Jenni

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Emilie July 5, 2016 - 09:17

Liebe Jenni,
ich weiß genau, was du meinst. Allerdings schmecken die Falafel gar nicht mal so fettig, wenn du sie gleich nach dem Braten auf ein Küchenpapier legst und abtropfen lässt. Dafür sind sie wunderbar knusprig (so knusprig werden sie im Ofen wirklich nie, egal, was man tut). Ich denke wirklich, dass das Abtropfen viel bringt.
Und nein – deine Methode würde ich noch dem Braten zuordnen! :D
Alles Liebe zu dir,
Emilie

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Maria July 5, 2016 - 09:30

Liebe Emilie, ich habe am letzten WE dein Rezept Ofenfalafel zubereitet, eben weil ich auch der Fritierverweigerer bin?. Die wurden etwas trocken – gerade lese ich, weshalb…..zu viel Dinkelmehl….
Bei der nächsten Charge weiss ich’s dann besser. Lieben Gruss Maria und viel Erfolg bei deinem Prüfungen ?

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Emilie July 5, 2016 - 11:20

Liebe Maria, danke für dein Feedback! Gegen Trockenheit hilft ein Löffel mehr Öl in den Teig zu geben oder die Falafel vor dem Backen mit etwasnÖl einzustreichen. Ansonsten: Viel Joghurt dazu servieren! ;) Leider sind Backzeit und Temperatur auch stark vom Ofen abhängig, vielleicht nimmst du die Falafel das nächste Mal einfach etwas eher heraus? Ich wünsche die auf jeden Fall viel Erfolg! :)
Danke, das ist lieb von dir. :) Viele Grüße an dich zurück!

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Susanne October 21, 2016 - 23:40

Tolles Rezept!!
Das wird definitiv Zuhause ausprobiert ;)
Wusste gar nicht was Blumenkohlreis ist …
Trotzdem danke für diese Inspiration.

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Emilie October 22, 2016 - 12:22

Liebe Susanne, sehr gern! :) Frohes Gelingen und guten Appetit wünsche ich dir!

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Falafel aus Kichererbsenmehl – Greisslerei 2.0 February 26, 2017 - 10:57

[…] Ein Rezept von Emiliestreats […]

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Beate November 1, 2017 - 13:29

Hallo Emilie,
Endlich ein einfaches und schnelles Falafelrezept ☺
Bin grade am vorbereiten und frage mich, wann und wo der Zitronensaft Verwendung findet?
2EL in die kleine Menge Teig erscheint mir recht viel, deshalb nehm ich jetzt mal die Hälfte und mische sie mit dem Wasser.
Ich freue mich auf die Aufklärung des Rätsels und wünsche Dir einen erholsamen Feiertag ☺

Reply
Emilie November 1, 2017 - 22:36

Liebe Beate,
der Zitronensaft kommt mit in den Falafelmix. Viel Säure ist da wichtig für den Geschmack, ich nehme mindestens eine halbe Zitrone. Probier’s mal aus, wird dadurch wirklich noch besser! :)
Vielen Dank für deinen Kommentar und guten Hunger,
Emilie

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