Der Sound von gerösteten Haselnüssen

by Emilie
Der Sound von gerösteten Haselnüssen

geröstete Haselnüsse

Erst vor kurzem überquerte ich mit der Familie meines Freundes die Ostsee nach Norwegen. Auf der Fähre aßen wir im großen Saal Frühstück. Dort gab es vieles, was mich entzückte, doch eine Zutat schmuggelte ich mir jedes Mal heimlich, in Servietten verpackt, mit in die Kajüte…: Geröstete Haselnüsse.

 

Der Geschmack von Haselnüssen kommt eigentlich erst so richtig zur Geltung, wenn die kleinen Kullern im Ofen ihr volles Aroma ausschwitzen. Das, was wir an Haselnüssen lieben, den Geschmack, den wir vom Haselnusseis, Haselnusspralinen oder Müslimischungen kennen, werden wir in naturbelassen Nüssen nicht finden können.

Viele Menschen mögen Haselnüsse auch nicht besonders, da sie schnell muffig schmecken. Das liegt daran, dass die guten ungesättigten Fettsäuren schnell durch Luftsauerstoff in muffig schmeckende Stoffe umgebaut werden – lagert sie deswegen am besten möglichst dunkel und luftdicht verschlossen!

Die Haselnuss zählt, im Gegensatz zu zum Beispiel Mandeln oder Cashewnüssen, zu den echten Nüssen.
Nüsse im allgemeinen, doch Haselnüsse im Besonderen mit ihrem 60%igem Fettanteil, senken durch ihre ungesättigten Fettsäuren den Cholesterinspiegel. Zu viel Cholesterin kann zu Gefäßverkalkungen führen, somit schützen uns Nüsse vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infarkten.
Durch ihren hohen Fettgehalt hat die Haselnuss einen sehr hohen Energiegehalt, trotzdem gibt es viele Gründe, sie in die Ernährung zu integrieren. In Nüssen finden wir im Allgemeinen viele wichtige Mineralstoffe, wie Magnesium, Kalium und Calcium. Der Vitamin E Gehalt der Haselnuss ist im Vergleich zu anderen Nüssen recht hoch.

Vitamin E ist ein Sammelbegriff für Verbindungen, die Anfang der 20er Jahre bei Ratten für die Aufrechterhaltung der Trächtigkeit verantwortlich gemacht wurde. Die wichtigste und am besten erforschteste Verbindung ist das alpha-Tocopherol. Es ist ein starkes Antioxidanz und schützt vor allem unsere Zellmembranen und unsere Fettspeicher vor Abbau von freien Radikalen – ein Vorgang den man Lipidperoxidation nennt und bei dem Elektronen unsere Körperfette von freien Radikalen abgespalten werden. Somit wird eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die zu Zellschädigung führt. Wenn dieser Vorgang nicht durch das wichtige Vitamin E unterbrochen werden würde, so wäre die Funktion unserer Zellen schnell zerstört.
Die Lebensmittelindustrie macht sich übrigens diese anti-oxidativen Eigenschaften zu Nutze, indem sie Fette mit Vitamin E anreichert. Somit werden diese nicht so einfach durch Luftsauerstoff angegriffen und werden nicht weniger schnell ranzig.

Alpha-Tocopherol gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und kann somit nur mit Fett aufgenommen werden. Darüber müssen wir uns allerdings nicht zu viele Gedanken machen, denn Vitamin E am meisten kommt am meisten in Olivenöl (Fett!), Nüssen (Fett!) und Pflanzenkeimen (Fett!) vor. Es ist also biologisch sehr gut verwertbar, es sei denn, man leidet an einer Malabsorption.

 

Haselnüsse

Ein besonders  Nusserlebnis bekommt ihr, wenn ihr euch ein wenig Zeit und Muse nehmt und eure Nüsse im Ofen röstet. Nach etwa 20 min könnt ihr sie herausholen und schon jetzt den unvergleichlichen Geruch von Haselnüssen einsaugen. Wenn ihr dann einmal genau hinhört, könnt ihr das Wasser in den Nüssen knistern hören…. Es ist wie ein kleines Konzert!

Haselnüsse aus dem Ofen

 

Ich esse geröstete Haselnüsse am liebsten so, wie sie sind. Sie schmecken so gut, dass sie keinen anderen zusätzlichen Geschmack brauchen, sie sind in sich der perfekte Snack.

Was ihr natürlich unbedingt aus den kleinen Dingern zaubern müsst (zumindest ab und an) ist selbst gemachtes Nutella. Garantiert besser als das Original!! ;)

 

geröstete Haselnüsse

Hier kommt die Anleitung zu easy-peasy selbstgerösteten Haselnüssen!

Geröstete Haselnüsse

Geröstete Haselnüsse

Ingredients

  • So viele Haselnüsse, wie in euren Ofen und euren Schrank passen!

Instructions

  1. Legt die Haselnüsse auf ein Blech. Heizt den Ofen auf 175° C vor.
  2. Röstet eure Nüsse im Ofen für 15-20 min. Dabei immer mal mit einem Holzlöffel verteilen (vordere Lage nach hinten, ein wenig hin und her rollern, sodass alle Nüsse ungefähr die gleiche Hitze abbekommen).
  3. Haselnüsse herausnehmen und genau hinhören. An dieser Stelle könnt ihr den Nüssen beim musizieren zuhören!
  4. Nun alles vorsichtig auf ein sauberes Handtuch kippen. Das Handtuch zuklappen oder bei großen Mengen ein zweites drauf legen. Ofen laufen lassen!
  5. Nach 5 min "dämpfen" die Nussschalen mit dem Handtuch ordentlich abrubbeln. Gebt dem Bündel eine schöne Massage! Immer mal das Handtuch öffnen, blanke Nüsse heraus sortieren und in die zweite, dritte Runde!
  6. Nun wieder alle Haselnüsse auf das Backblech und noch einmal für 5 min im Ofen fertig rösten.
  7. Die ausgekühlten Nüsse luftdicht und dunkel aufbewahren.
http://emiliestreats.de/der-sound-von-gerosteten-haselnusse/

 

 

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5 comments

Isa November 8, 2015 - 13:54

Hallo Emilie,
ich bin gerade über flowersonmyplate.de auf Deinen sehr schönen und interessanten Blog gestoßen. Hier kann ich noch viel lesen, lernen und ausprobieren!
Eine Frage zu Haselnüssen: Weißt Du, warum sie innen manchmal dunkenbraun sind? Ist die Qualität die gleiche wie die der hellen Nüsse?
Viele Grüße
Isa

Reply
Emilie November 8, 2015 - 14:20

Liebe Isa,
wie schön, dass du über den fantastischen Blog von Dani&Michael zu mir gestoßen bist! Dort bin ich ja auch regelmäßig zu Besuch…Und es freut mich sehr, dass dir mein Blog gefällt. :)
Zu deiner Frage: Meiner Meinung nach sind braune Nüsse schon zu lange auf der Welt. Haselnüsse haben einen hohen Fettgehalt, vor allem die gesunden ungesättigten Fettsäuren können schnell oxidieren. Die Folge sind dann muffig schmeckende, bräunlich-graue Nüsse. Die solltest du dann bitte nicht mehr essen, die Produkte des Fettzersetzung können ganz schöne Bauchschmerzen verursachen. Wenn die Nuss sogar pelzig schmeckt, können Mykotoxine der Grund sein. Das sind sehr schädliche Schimmelpilze – aber du merkst eigentlich, wenn eine Nuss schimmlig ist.
Ich hoffe, das beantwortet deine Frage!
Ich wünsche dir ein schönes Restwochenende,
alles Liebe, Emilie :)

Reply
Anna July 21, 2018 - 15:34

Liebe Emilie!:)
Ich interessiere mich sehr für Ernährung und liebe das Kochen und Backen. Seit ich gelesen habe, dass ungesättigte Fettsäuren sehr hitzeempfindlich sind, verzichte ich, wo es geht, darauf, Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse usw. zu erhitzen und rede mir ein, dass mein selbstgemachtes Nutella aus ungerösteten Haselnüssen, wenn auch schwerer in der Herstellung, besser schmeckt als wenn ich sie zuvor röste (was es natürlich nicht tut…;D).
Könntest du mir bitte erklären, wie das mit dem “wertvolle Fette erhitzen“ wirklich ist? Röstest du auch zB. Walnüsse?

Ich wäre wirklich sehr dankbar!
Herzliche Grüße aus Tirol
Anna

Reply
Emilie July 24, 2018 - 14:23

Liebe Anna,
toll, ich finde es fantastisch, dass du so mitdenkst! Genau diese Frage habe ich mir auch schonmal gestellt und habe deswegen auch hier darüber geschrieben: Spargel-Fladen – denn hier wollte ich gutes Nusspesto nicht erhitzen. In Bezug auf geröstete Nüsse war ich mir auch unsicher und habe mich intensiv an meinem Institut mit Professoren dazu unterhalten. Ergebnis: Nüsse sanft bei Temperaturen bis 160 Grad zu rösten, ist kein Problem. Sie sollten nicht so lange Hitze ausgesetzt sein und tendenziell sind geringer Temperaturen zu empfehlen. Es entstehen aber keine Transfettsäuren bei dem Vorgang, das konnte sogar mal in Untersuchungen gezeigt werden. Auch Nüsse, die konventionell geröstet werden sind meist frei von Transfetten, zeigen Stichproben. Hintergrund ist der, dass die Fette in Nüsse eingebettet in Kohlenhydrate und Proteine vorliegen und so ganz gut geschützt sind. Ich hoffe, das beantwortet deine Frage!
Alles Liebe,
Emilie

Reply
Anna August 16, 2018 - 10:20

Liebe Emilie!
Vielen Dank für die liebe Antwort! Die Haselnüsse sind schon beim Rösten!:-)
Liebe Grüße,
Anna

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