Chai-Kochen zur Weihnachtszeit

by Emilie
Chai-Kochen zur Weihnachtszeit

Wer in Indien schon einmal einen Tee bestellt hat, weiß, warum Jakob Chai-Kochen als “Zeremonie” bezeichnet. Wenn das Gemisch aus frischen Teeblättern, Milch und Zucker in ausladenden, kunstvollen Gesten zubereitet und kochend heiß in kleine Gläser abgefüllt wird, passiert etwas Magisches. Das Brodeln und Zischen und vor allem der Duft der Chai-Stände sind immer noch eine meiner schönsten Erinnerungen an meine Zeit in Indien.

Chai-Kochen und Trinken ist dort mehr als nur die Freude am Genießen. Wer einen Chai bestellt, muss zudem auch Zeit mitbringen. Wenn der Tee frisch gekocht wird, dauert das eine Weile. Aber auch mit dem dampfenden Glas in der Hand verstreichen die Minuten, bis das Getränk so weit abgekühlt ist, dass es langsam geschlürft werden kann. In der Zwischenzeit vertreibt man sich das Warten mit Müßiggang, Runterkommen und lacht mit dem Chaiwallah und seinen Kunden. Für mich war Chai immer die Geheimwaffe, wenn mir der Trubel in Indien zu viel, die Sonne zu heiß und das Hupen zu laut wurde. Mit einem süßen Chai in der Hand ging alles gleich viel besser.

Wer diese Zauberei einmal selbst erleben möchte, kann sich bei Jakob, dem selbst ernannten „Chaiwallah“ aus Berlin, am Maybachufer einen heißen Tee bestellen. Jakob war selbst mehrere Male seit seiner frühen Jugend in Indien und hat dort innerhalb von zwei Monaten gelernt, traditionell Chai zuzubereiten. Er mischt nun in Berlin selbst Chai zusammen und verkauft ihn auf Märkten und auch online. Den Tee und die Gewürzen bezieht er aus Indien. Damit auch wirklich nur der beste – und vor allem der fairste – Tee in seinen Gläsern landet, fährt Jakob regelmäßig selbst auf die Plantagen und besucht die Menschen dort. Ein Teil seiner Einnahmen fließen außerdem zurück in soziale Projekte.

Jakobs feste Termine als Chaiwallah:

  • Markt am Maybachufer ab Februar immer samstags
  • Markt am Kollwitzplatz ab Februar immer donnerstags
  • Spirit of Nature Festival für Yogis
  • für mehr Termine schaut auf seiner Facebook-Seite nach.

Jakob habe ich über Vera, vom Livera-Mag, kennengelernt. Ein wunderschönes Interview der Beiden könnt ihr hier nachlesen.

Chai-Extrakt selber machen

Die Tee-Mischungen von Chaikob kann ich euch wirklich sehr empfehlen. Wer die hübschen Beutelchen aber lieber verschenken möchte und zuhause selbst einmal Gewürze zusammenbrauen will, kann sich seinen Chai auch selbst herstellen.

Ich koche dazu Gewürze auf und lasse den Sud eine ganze Weile ziehen und einkochen. Das intensive Gewürz-Extrakt kann dann in Flaschen abgefüllt oder auch in Eiswürfel-Portionen eingefroren werden. Mit heißem Wasser oder Schwarztee aufgegossen ist der Chai vielleicht noch nicht ganz so gut wie in Indien, aber er kommt dem Original schon recht nah. <3

Das Rezept und die Anleitung findet ihr hier.

Das könnte dir auch gefallen:

2 comments

Jenni December 18, 2017 - 12:17

Liebe Emilie,

danke dir für diesen kleinen, aber feinen Einblick in die Chai-Zeremonie und was das Getränk für dich bedeutet.
Ich kann mir gut vorstellen, wie der Zeit-Aspekt einem einen ganz neuen Respekt vor dem Lebensmittel gibt und das Zubereiten fast schon etwas Heiliges hat.
Im Shop schaue ich mich mal um – vielleicht ist das ja auch was für mich.
(Oder ich rühre mir gleich etwas selbst zusammen. ;) )

Liebe Grüße
Jenni

Reply
Emilie December 18, 2017 - 12:29

Liebe Jenni,
Chai hat mich schon sehr fasziniert… In Indien ist der Tee zuckersüß, deshalb trinkt man auch immer nur kleine Mengen. Das ist für mich eigentlich das komplette Gegenteil von meinen Tee-Gewohnheiten (0,5 l Tasse, ungesüßter Kräutertee). Aber dort musste das einfach genau so sein, der kleine Koffein-Zucker-Shot hat mir auch immer sehr viel Kraft gegeben. Und die kann man gebrauchen, wenn einem der indische Trubel mal wieder über den Kopf wächst… ;)
Ich wünsche dir ganz schöne letzte Adventstage,
Emilie

Reply

Leave a Comment

Hier gibt es Cookies! Ist das okay für dich? Das ist okay. Ich geh mal wieder.

Datenschutz und Cookies