Basilikumsamen aus Deutschland statt Chia aus Mexiko – Das neue heimische Superfood ist da

by Emilie
Basilikumsamen

„Superfoods“, wie z. B. Quinoa, Goji oder Maca, haben durch steigende Nachfrage den Sprung in die Supermarktregale geschafft. Doch viele der als besonders gesund angepriesenen Lebensmittel kommen aus fernen Ländern und stehen damit mit schlechter CO2-Bilanz, Pestizidbelastung oder auch Täuschungsversuchen in Verruf. Bewusst konsumierende Foodies greifen deshalb wieder lieber zu den heimischen Alternativen. Hirse statt Quinoa, Blaubeere statt Acai und neuerdings: Basilikumsamen statt Chia.

Leinsamen als Alternative zu Chia? – Come on, das hat nie richtig funktioniert.

Auf Superfoods lässt sich wunderbar verzichten. Für fast alle Von-Weit-Her-Trendfoods gibt es tolle heimische Substitute.

Nur bei Chia habe ich mich von dem bisher gebräuchlichen Leinsamen-Vergleich nicht so recht überzeugen lassen. Leinsamen schmecken sehr intensiv, quellen anders auf und lassen sich somit eben nicht jederzeit für Chia einsetzen.

Chia ist somit das einzige Superfood, das es doch noch sehr oft in meine Küche geschafft hat. Doch die Zeiten haben sich geändert.

Der neu-entdeckte Star am Superfood-Himmel

Es gibt etwas Neues für die Foodies dort draußen! Basilikumsamen sind der heißeste Trend und werden neuerdings in Deutschland angebaut. Sie sind den Chiasamen zum Verwechseln ähnlich und dabei aber um einiges nachhaltiger!

(Apropos Verwechslungsgefahr: Tatsächlich wurden schon einmal Basilikumsamen fälschlicherweise als Chia verkauft. Ob aus Versehen oder doch eher Kostenfaktor/Betrugsversuch lässt sich spekulieren.)

Basilikumsamen kommen aus Asien

Wie es mit den meisten Superfoods so ist, sind auch Basilikumsamen eigentlich keine neue Geschichte. In Asien werden die Samen schon seit Jahrzehnten in Getränken und Desserts verwendet. In asiatischen Läden gibt es sie deshalb auch schon ewig unter dem Namen „Sagja“ oder „Falooda“ zu kaufen. Allerdings sind diese natürlich importiert und nicht in Bio-Qualität verfügbar (und deshalb sehr günstig).

P.S.: Ich habe Basilikumsamen tatsächlich auch schon einmal in Indien getrunken. Allerdings war mir zu dem Zeitpunkt noch gar nicht bewusst, was ich da vor mir habe. Das Rezept dazu kommt demnächst auf den Blog…

Jetzt neu: Basilikumsamen aus Deutschland

Doch nun haben auch deutsche Bauern die Samen für sich entdeckt und eine Marktlücke geschlossen. Für Chia gibt es nun eine heimisch angebaute Alternative. 

Heimische Basilikumsamen vs Chia aus Mexiko

Basilikumsamen schmecken genau wie Chiasamen leicht nussig, also praktisch nach nicht viel. Sie quellen in Wasser stark auf und können so zum Andicken oder Binden verwendet werden.

Wie bei Leinsamen können auch Basilikum- und Chiasamen durch ihren hohen Ballastoffgehalt bei Verdauungsstörungen helfen. Vice versa entstehen bei zu hohem Verzehr und geringer Flüssigkeitszufuhr Verstopfungen.

 

Vom Nährstoffgehalt sind sich alle Samen sehr ähnlich. Besonders positiv zu beurteilen ist der hohe Gehalt an Ballaststoffen, Proteinen und ungesättigten Fettsäuren.

 

Nährwerte/100g Chia-Samen Basilikum-Samen Leinsamen
Kalorien 475 kcal 358 kcal 471 kcal
Kohlenhydrate 2,3 g 9,8 g 0,0 g
Ballaststoffe 40 g 45 g 39 g
Proteine 22 g 15 g 29 g
Fett 31 g 19 g 31 g
davon mehrfach ungesättigte Fettsäuren 26 g 14 g k. A. (aber hoch…)
davon einfach ungesättigte Fettsäuren 2,3 g 3,4 g k. A.

 

Sollten wir nun alle nur noch Basilikumsamen kaufen?

Sind Basilikumsamen also die Neuentdeckung, in die wir all unsere Hoffnung und unser Geld stecken sollten? Natürlich nicht. Allerdings lohnt es sich, sie als umweltbewusster Konsum-Mensch im Hinterkopf zu behalten. Im Moment sind heimische Basilikumsamen noch relativ teuer, doch mit steigendem Absatz kann sich das erfahrungsgemäß schnell ändern. Ich kaufe sie jedenfalls nichtsdestotrotz wesentlich lieber als dubiose Chia-Samen im Discounter zu mittlerweile spottbilligen Preisen. Wer dafür in fernen Ländern ausgebeutet wurde, lässt sich nur erahnen…

Aber Achtung: Auch führende Bio-Marken machen es sich einfacher (bzw. kostengünstiger) und importieren Basilikumsamen aus Indien. Achtet also gut auf die Herkunftsbezeichnung. Ich habe meine hier gefunden: Basilikumsamen aus Deutschland

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3 comments

Glotter-Bäckerin August 3, 2018 - 13:17

Hi Emilia,

Sehr interessante Neuigkeit, Basilikumsamen kannte ich bisher nicht.

Weiss du, ob die Basilikumsamen frei von Schwermetallien sind? Ich greife gerne zum einheimischen LeinsamenEi zu, wenn ich vegan backe. Allergings dürfte man Ölsamen nicht täglich benutzen, weil die Schwermetallien enthalten (können). Besonderes Lein benutzt man, um den Boden zu reinigen, weil sie die Schwermetallien aus dem Feld saugen.
Und Chiasamen, wie du schreibst, sind auch nicht unpur.

Vielleicht wären aber die einheimischen Basilikumsamen dann hier eine Lösung. Insgesamt finde ich es SEHR gut, dass die Super-Food Trend sich ein bisschen nachlässt und die Leute wieder kapiert haben, wie schöne und gesunde Produkte wir schon in Europa haben.

Reply
Emilie August 7, 2018 - 09:32

Hallo!
Leider kann ich dir nicht genau sagen, ob Basilikumsamen frei von Schwermetallen sind. Vielleicht fragst du mal beim Hersteller/Inverkehrbringer direkt nach?
Danke für den Hinweis bzgl. Lein – das ist spannend und auch besorgniserregend. Ich esse fast täglich Leinsamen zu meinem Müsli…

Reply
Glotter-Bäckerin August 9, 2018 - 15:16

Hi Emilie,

Ich glaube, es wäre besser, nicht täglich Leinsamen essen.
Ich bin Finnin und folge die finnische Ernährungsempfehlungen, und dort sind Ölsamen (Lein, Sonnenblume, Sesam…) für Kinder und schwangere total verboten und für Erwachsene max. 3 EL pro Tag, Leinsamen aber nicht täglich.

Falls ich Basilikumsamen finde, könnte ich dem Hersteller nachfragen. Ich fürchte aber, die sind vielleicht nicht so gut informiert bzw. interessiert. Bei uns in Finnland kommen alle Warnungen und Empfehlungen erst über Food Safety Authory.

Jetzt lese ich weiter, du hast viele interessante Texten in deinem Blog!

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