Baba Ganoush-Pasta und übers Fliegen

by Emilie
Baba Ganoush-Pasta

Ich habe mir sagen lassen, in Deutschland wäre es derzeit kalt. ;P Zwar habe ich mich nochmal verflüchtigt und kräftige meine Sommersprossen mit den letzten heißen Sonnenstrahlen der Saison auf Korsika, doch im Herzen bemitleide ich euch sehr und bereite ich mich bereits selbst auf die kriechende Kälte vor. Auch die Blog-Suchanfragen der letzten Wochen reden vom grauen Herbst: “Pastinakenkuchen”, “Kichererbsen Suppe”, “Milchreis vegan” – ihr sehnt euch nach wärmender Seelennahrung, ich merk’s schon. Also kommt heute noch so ein Kuschel-Gericht auf den Blog. Zum Essen braucht es lediglich eine Gabel, einen gemütlichen Sofaplatz mit vielen Decken und Kissen, schummriges Licht (im Idealfall durch Kerzen) und schöne Gedanken. Wenn ich mir das jetzt so vorstelle, habe ich fast ein wenig Lust auf den Winter…

 

Über das Fliegen

Bevor ich euch allerdings weiter zum Rezept schicke, möchte ich auf eine Thematik aufmerksam machen, die mich in den letzten Tagen sehr beschäftigt hat:
Das Paradox aus: Reisen als der ultimative Weg zur Offenheit, Selbstständigkeit, Welt-und-sich-Selbst-Relativierung und aber auch Reisen als die schlimmste aller Umweltsünden und als egoistischer Akt. Gerade in meiner eigenen kleinen Filterblase voll gebildeter, ambitionierter und bewusst lebender Menschen wird das Erkunden neuer Kulturen hoch geschätzt. Immer wieder höre ich von spannenden Geschichten aus fernen Ländern und über Reiseerfahrungen, die die Menschen geprägt haben. Doch wenn man sich vor Augen hält, wie schädlich eine Flugreise ist (eine einzelne Flugreise verbraucht so viel CO2 wie ein indischer Haushalt im ganzen Jahr & das ist nur ein negativer Effekt auf die Umwelt, neben Stickstoffausstoß, Wasserdampf, Feinstaub, Kondensstreifen und Veränderungen in Zirruswolkenragt) fragt man sich schnell: Ist es Heuchelei, auf Plastik zu verzichten, Bio zu kaufen, vegan zu leben und trotzdem unreflektiert mindestens einmal im Jahr in den Flieger zu steigen? Der WWF Fußabdruck-Rechner zeigt: Wer sich ansonsten makellos verhält, kann mit zwei Kurzstreckenflügen und einer Fernreise pro Jahr vom Umweltschützer zum -sünder werden.

Wie also umgehen mit dem Drang nach Weltentdeckung oder beruflich notwendiger Flugreisen? Ein Ausweg ist die Kompensationszahlung des Umwelteinflusses: Mit Programm wie  Atmosfair, Myclimate oder Arktik spendet man an Organisationen, die z. B. Solarkocher produziert und günstig verkauft, um traditionelle Öfen zu ersetzen; Bäume pflanzt oder den Bau von Windrädern unterstützt. Vergessen sollte man aber nicht, dass trotz Kompensation mit jedem Flugzeugstart weiterhin viel zu viel Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen.

Ansonsten hilft, wie bei vielen anderen Dingen im Leben: Bewusst wählen, in Maßen genießen und dabei viel Wertschätzen. Denn alles richtig machen ist zu viel verlangt, totale “Mir egal”-Einstellung jedoch ziemlich ignorant oder faul oder egoistisch.

Hier habe ich meine persönliche Einstellung zum Thema Fliegen zusammengefasst. Eure Meinung dazu würde mich sehr interessieren, vielleicht können wir zusammen ein paar Erfahrungen und Tipps sammeln und uns so gegenseitig helfen?

 

 

Pasta mit Baba Ganoush

Für das folgende Gericht braucht ihr jedenfalls ein Gemüse, dass in jedem Fall nach Deutschland geflogen ist oder zumindest mit dem LKW aus einem südlichen europäischen Land hergefahren wurde. Wo wir wieder bei Heuchelei und alles richtig machen wären. ;) Nichtsdestotrotz machen euch die Bilder vielleicht Lust auf eine cremige Portion Pastaglück, denn mir schmeckt das richtig gut! Baba Ganoush ist die gemüsige Variante von Hummus, schmeckt aber nach mehr Röstaromen und irgendwie komplexer. Komplexer ist allerdings auch die Zubereitung, da ihr die Auberginen zunächst im Ofen oder über der offenen Flamme rösten müsst. Der Aufwand lohnt sich aber allemal, zudem ihr die Left-Overs auch gut eine Woche im Kühlschrank lagern und zu allem möglichen dazu essen könnt.

 


 

Baba Ganoush-Pasta

Baba Ganoush-Pasta

Ingredients

    für das Baba Ganoush
  • 2 Auberginen
  • 3 EL Tahin (Sesammus)
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • Saft einer Zitrone
  • Salz & Pfeffer
    für die Pasta
  • 2 Portionen Lieblingspasta (bei mir: Vollkorn-Spaghetti)
  • Olivenöl
    wird noch besser mit
  • gehackten Haselnüssen
  • frischer Petersilie
  • geröstetem Sesam

Instructions

  1. Mit Gasherd: Die Auberginen im ganzen über der Flamme rösten, bis sich die Haut wellt.
  2. Die Ofenmethode: Den Ofen auf 200°C vorheizen. Die Auberginen halbieren und das Fruchtfleisch grob mit einem Messer einschneiden. Dabei die Schale nicht einschneiden.
  3. Die Hälften mit etwas Öl bepinseln und mit dem Fruchtfleisch nach unten auf ein Backblech legen. Für etwa 45min im Ofen rösten oder bis sich die Schale leicht wellt.
  4. Tipp: Auch den Knoblauch könnt ihr im Ofen rösten, das gibt es feineres Aroma. Wer es schärfer mag, nimmt die frische Zehe.
  5. Das Fruchtfleisch der Aubergine mit allen anderen Zutaten in einen Mixer tun bzw mit dem Pürierstab pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Die Nudeln nach Packungsanleitung kochen und nach dem Abgießen in Olivenöl schwenken, Das Baba Ganoush unterrühren, mit Nüssen oder Sesam und Petersilie garnieren, zurücklehnen und genießen.
http://emiliestreats.de/baba-ganoush-pasta-fliegen-als-umweltsunde/

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